Lehm – Baustoff der Kulturen!
Lehm ist der älteste Baustoff der Menschheit. Seit rund 9000 Jahren wird der Urbaustoff für die unterschiedlichsten Bereiche eingesetzt. Weite Teile der chinesischen Mauer waren beispielsweise aus Lehm, aber auch Kultstätten der Antike, wie z.B. die Speicherkatakomben des Ramses II, der vor mehr als 3200 Jahren gelebt hat.
Doch soweit müssen wir nicht zurück in der Zeitrechnung! Traditionelle Behausungen wie die Lehmbauten der Pueblo-Indianer in den USA zeigen auch, wie dauerhaft dieses Material sein kann. Vor allem die klimatischen Verhältnisse dieser Häuser in der sengenden Sonne der Wüste sind mehr als bemerkenswert.
Heute verwenden wir Lehm als modernen Gestaltungswerkstoff mit vielen Variationen in Form und Farbe. LESANDO hat sich dabei spezialisiert auf die Herstellung von Dekorputzen in Schichtstärken von 0,1 bis 2 mm. Das Anwendungsgebiet umfasst dabei alle Innenräume und lässt in punkto Gestaltung keine Wünsche offen.
Der Wandel in den Industriestaaten
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollzog sich ein grundlegender Wandel in den Industriestaaten im Bezug auf Lehm. Industriell vorgefertigte Bauteile eroberten den Markt und bereits damals hieß die Losung: Lohnkostensenkung. Lehm galt als nicht mehr zeitgemäßer Baustoff und verlor nach und nach seine Bedeutung. Einzig mit dem Ende der beiden Weltkriege flammte die Nachfrage nach Lehm nochmals auf, da als Baustoff kostengünstig und überall verfügbar. Der „Notbaustoff“ Lehm wurde auch zum „Baustoff für arme Leute“. Wer was auf sich hielt, der verwendete „moderne“ Baustoffe.
Normenlos – bedeutungslos?
Das hatte zur Folge, dass die „Lehm-DIN“ in der Bundesrepublik 1971 ersatzlos gestrichen wurde (in der damaligen DDR galten die Normen von 1953 noch bis zur Wiedervereinigung, allerdings ohne echte wirtschaftliche Bedeutung!) und es eben den „Freaks“ vorbehalten blieb, mit verhältnismäßig einfachen Mitteln diesen Baustoff wieder einzusetzen. So baute sich über Jahre hinweg ein Image auf, das der Bevölkerung als wenig professionell erscheinen musste. Begriffe wie „Latschen-Handwerker“ oder „Lehmtreter“ zeugen davon, beschreiben aber auch gleichzeitig die oberflächliche Betrachtung. „Lömmertrater“ (Lehmtreter eben), so werden heute teilweise noch die Einwohner des Würzburger Stadtteils Lengfeld bezeichnet, weil dort vor langer Zeit der Baustoff für viele Häuser in der Umgebung in den Lehmgruben abgebaut wurde. Der Grundstock übrigens für die Entwicklung einer ganzen Region!


