Alles über Lehmfarbe
Farbe gestern und heute
Bereits seit tausenden von Jahren gestalten die Menschen Ihren Lebensraum und Ihre Wände mit Farbe. Angefangen bei den Höhlenmalereien der Steinzeit über die mit Ochsenblut gestrichenen Häuser der alten Römer bis hin zu den Wänden, die noch bis in die 70er Jahre hinein mit schlichten Kalk- oder Leimfarben gestrichen wurden, dienen die Gestaltungen einem Zweck: Der Mensch hat den naturgemäßen Willen seine direkte Lebensumwelt selbst zu gestalten, dem Zuhause seine eigene Farbe zu geben, um sich so im eigenen Heim wohler zu fühlen. Die Farbe der Wände ist damit nicht nur abhängig von Modeerscheinungen und Trends, sie ist immer auch ein Ausdruck des Erlebens und des persönlichen Stils.
Wandfarbe heute
Heute erhältliche Farben für Innenwände und –Decken spiegeln den Stand der chemisch-technischen Entwicklung in diesem bedeutenden Sektor der Baubranche: Farben für die Wand müssen einfach zu verarbeiten sein und sie müssen gute Deckeigenschaften haben. Dem Kriterium „einfache Verarbeitung“ entspricht die Farbenindustrie, indem sie fertige Wandfarben, nach dem Prinzip „Eimer auf und los“ anbietet. Ausgeklügelte Füllstoffkombinationen, Zuschläge und Pigmentvariationen sorgen für die Deckkraft. Und weil die Geschmäcker verschieden sind, muss jeder Farbwunsch erfüllt werden. In den letzten Jahren verlangt der Verbraucher immer mehr, angesichts der Zunahme an sog. Wohngiften (= Schadstoffbelastung in Innenräumen), nach schadstoffarmen / schadstofffreien Wandfarben.
Farbe „to go“
Die Entwicklung, dass Wandfarben industriell hergestellt und verarbeitungsfertig angeboten werden, ist relativ jung. Noch bis vor vierzig Jahren ging man, wollte man der guten Stube ein neues Gesicht verleihen, zum Maler um die Ecke. Der mischte Kalk- oder Tonmehl mit Pigmenten und Leim, rührte das Ganze in Wasser auf und fertig war die Farbe… Deckkraft, Homogenität und Fließverhalten der Wandfarbe (wichtige Kriterien für die Verarbeitungseigenschaften!) waren abhängig von den Erfahrungen und dem Geschick des Malermeisters. Erst seit es Baumärkte gibt, suggeriert im Fernsehen die weiße Angorakatze, dass das Anstreichen quasi beim Durchgehen „mit einem Schwanzstreich“ allein durch die Auswahl der richtigen Wandfarbe „tierisch einfach“ von der Hand geht. Die Entwicklung von haltbarer, verarbeitungsfertiger (also nasser), homogener Wandfarbe war und ist nicht realisierbar ohne die umfangreiche Palette chemischer Füllstoffe, Additive, Weichmacher, Dispersionen und Konservierungsstoffe. Das Ganze
blieb nicht ohne Folgen für die Gesundheit, das ist inzwischen hinlänglich bekannt. Viele der für die Farbherstellung verwendeten Substanzen stehen auf der Liste der Wohngifte ganz oben: Terpene, Alkane, BTX (Benzol, Toluol, Xylole), Aldehyde, Formaldehyde…
Ansätze von EU und Bundesumweltministerium, wie die vielgepriesenen „VOC-Richtlinien“ zur Verminderung von gesundheitsschädlichen, flüchtigen organischen Verbindungen oder auch ein „blauer Engel“ gehen zwar in die richtige Richtung, sind aber angesichts des gigantischen Drucks, den die Industrie ausübt, entweder „zahnlos“ oder gar eine Art „freiwillige Selbstkontrolle“ (wie der Blaue Engel) der chemischen Großindustrie.
Wir wollen mit der Lehmfarbe Bravo® zeigen, dass die Herstellung eines hochdeckenden, verarbeitungsfreundlichen Anstrichs völlig ohne Lösemittel und Konservierungsstoffe möglich ist.


