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HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

 

Was ist eigentlich Lehm?

Lehm ist ein Verwitterungsprodukt der Natur. Nach und nach entstand das feine Material vorwiegend durch mechanische Zerstörung von Gesteinsschichten oder auch durch eine natürliche chemische Zersetzung. Lehm selbst ist immer ein Gemisch aus dem sehr feinen Ton, der das eigentliche Bindemittel darstellt sowie sehr feinem Sand, der als Schluff bezeichnet wird. Gröbere Sande bis hin zum Kies runden die natürliche Zusammensetzung ab.

Wie ist das mit der Gewährleistung beim Lehm?

Nach dem zweiten Weltkrieg, als Deutschland weitgehend in Schutt und Asche lag, erlebte Lehm als Baustoff einen unerhofften Aufstieg, da das Rohmaterial im Prinzip überall und in nahezu unbegrenzter Menge zur Verfügung stand. Die Kosten waren sehr gering und wer keine andere Möglichkeit hatte, der griff eben auf Lehm zurück. Es prägte sich in der Nachkriegszeit der Begriff des „Arme-Leute-Baustoffs“ und mit einsetzendem wirtschaftlichen Aufschwung ging die Bedeutung von Lehm wieder zurück. 1971 verschwand der Baustoff aus den Normen und Vorschriften.

Baustoffe werden geprüft, können DIN-Normen entsprechen, bauaufsichtliche Zulassungen besitzen usw. Sie müssen es aber nicht, teilweise ist es gar nicht möglich, gewisse Baustoffe den allgemein gültigen Normen und Vorschriften zu unterwerfen. Wenn wir uns mit Fragen der Gewährleistung befassen, müssen wir zunächst erkennen, dass es wesentliche Nutzungsunterschiede beim Baustoff gibt. Wir sprechen immer von Lehm, ganz gleich, ob es sich nun um einen Plattenwerkstoff, einen Maschinenputz, einen Lehmstein, loses Material oder um was auch immer handelt. Die Anwendung dieser Baustoffe ist jedoch meist extrem unterschiedlich. Der Werkstoff Lehm als solcher lässt sich demzufolge nicht ohne weiteres standardisieren.

Die Lehmprodukte von LESANDO sind keine DIN-Baustoffe und verfügen auch nicht über eine bauaufsichtliche Zulassung. Das bedeutet aber nicht, dass man sich mit dem Baustoff Lehm dadurch in einem rechtfreien Raum bewegt. Der Hersteller haftet für seine Produkte, für zugesicherte Eigenschaften, für Funktionalität, für die Anwendungssicherheit usw. Kein Unterschied also zu herkömmlichen Produkten. Und auch der Anwender (z.B. der Handwerker) kann sich im Schadensfall nicht darauf berufen, er habe ja keinen „zugelassenen“ Baustoff gehabt. Es begegnet uns leider immer wieder, dass einige – auch gewerbliche – Anwender der Ansicht sind, es gäbe bei der Arbeit mit Lehm keine Gewährleistung, keine Regressansprüche, keine Nachbesserungspflichten oder sonstige verbraucherfreundliche Regularien. Das stimmt nicht!

An die Stelle von nicht greifenden Normen und Vorschriften treten genauso verpflichtende allgemeingültige Vereinbarungen wie der Stand der Technik, die anerkannten Regeln des Handwerks oder eine allgemeine Sorgfaltspflicht im Umgang und in der Anwendung von Baustoffen. Lehm nimmt also keineswegs eine Sonderstellung ein und entbindet absolut nicht von Gewährleistungs-ansprüchen durch den Auftraggeber. Im Grunde ist die Regelung sehr einfach wie verständlich und einleuchtend: wer einem Produkt nicht traut, wem die Ausführung suspekt ist oder wer technische Bedenken hat, der sollte den Auftrag ablehnen. Nimmt er an, unterliegt seine Leistung den gleichen Rechten und Pflichten wie mit jedem anderen Baustoff auch. Sich für Lehm zu entscheiden heißt nicht, Ansprüche aufzugeben.

Kann Lehm Schimmelbildung verhindern?

Schimmel ist ein optisches Ärgernis, kann aber natürlich auch gesundheitliche Schäden zur Folge haben. Man unterscheidet ca. 60 verschiedene so genannte „bauschädliche“ Pilze und Sporen. Wichtig zu wissen ist, dass diese Sporen nicht etwa durch die Baustoffe eingebracht werden, sie befinden sich immer in der Raumluft.

Entscheidend sind in erster Linie Konzentration und Art der Sporen. Daneben spielt die Expositionsdauer eine große Rolle, also der Zeitraum, in dem Bauteile und Oberflächen einer bestimmten Konzentration von Sporen ausgesetzt sind. Weiterhin steigt das Risiko einer Schimmelbildung ab ca. 70 % relativer Luftfeuchtigkeit stark an, weil die sich ansammelnde Feuchtigkeit nur schlecht ablüften lässt. Ab ca. 80 % rel. LF ist das Wachstum von Schimmel sehr wahrscheinlich.

Damit Bauteiloberflächen schimmelfrei bleiben, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Wichtig sind sorptionsfähige Oberflächen, die zumindest vorübergehend Feuchtigkeitsspitzen einlagern und später wieder abgeben können. Mindestens genauso wichtig aber sind bauphysikalisch fehlerfreie Konstruktionen, gerade im Hinblick auf mögliche Tauwasserbildung, Wärmebrücken etc. Es wird definitiv nicht gelingen, eine bauphysikalische fehlerhafte Konstruktion durch noch so wertvolle Beschichtungswerkstoffe zu retten. Und schließlich noch die dritte Komponente, nämlich ein vernünftiges Lüftungs- und Nutzerverhalten. Es ist schlicht und ergreifend falsch zu glauben, ein Lehmputz an den Innenwänden und das Thema Schimmelgefahr ist erledigt! Das Zusammenspiel macht´s!

Schimmel tritt gerne zunächst an den Innenecken von Außenwänden auf, weil diese i.d.R. ca. 3°C kühler sind als die restlichen Wandflächen. Fällt die Temperatur der Bauteiloberfläche unter ca. 13°C, besteht ein erhöhtes Risiko der Schimmelbildung. Es ist auch nicht verwunderlich, dass deshalb in bestimmten Räumen (z.B. Schlafzimmer) an bestimmten Bauteilflächen (z.B. Fensterlaibungen) zunächst ein Wachstum festzustellen ist, weil zum einen die Wände ohnehin wesentlich kühler sind, zum anderen die Gefahr der Unterschreitung der 13 °C an den Oberflächen höher ist.

Fatal wird es meist dann, wenn man der Ansicht ist, man müsse kurzzeitig zur Erhöhung der Temperatur der Bauteiloberflächen die Tür zu den kühlen Räumen öffnen. Dann strömt vermehrt warme Luft in diese Räume, die aber auch eine gewisse Menge an Feuchtigkeit mit sich führt. Denn die kühle Luft in den kühlen Räumen kann deutlich weniger Wasser aufnehmen als die warme Luft, die hineinströmt. Somit erreicht die Luft dort sehr schnell die Sättigungsgrenze und es entsteht sozusagen ein „Feuchte-Überschuss“ im Raum, der von den kühlen Bauteiloberflächen – ob sorptionsfähig oder nicht – nicht aufgenommen werden kann. Schimmelbildung ist die Folge. Aber nichtsdestotrotz ist gerade im Schlafzimmer der Einsatz von Lehmputzen sehr hilfreich, da neben den bisher angesprochenen Problematiken noch die Feuchteproduktion durch die Nutzer hinzukommt. Zwei Erwachsene erzeugen in acht Stunden Schlaf in etwa die gleiche Feuchtigkeitsmenge wie in einer Stunde duschen!

Auch die Möblierung kann ein Problem darstellen, weil sie meist dicht an die Wände gestellt die Zirkulation der Raumluft verhindert, die überhöhte Feuchten abführen könnte. Wenn dann als zusätzliche Komponente die Oberflächentemperatur noch recht gering ist, kann dieser Belastung auf die Dauer kein Baustoff widerstehen.

Bei der Sanierung schimmelbefallener Flächen ist es unerlässlich, die Ursache zu beseitigen (es sei erwähnt, dass dies nicht immer möglich ist, wie z.B. bei feuchten Kellerwänden; hier würde man mit einer Flächentemperierung den besten Erfolg erzielen, wo die Oberflächentemperatur auf über 13 °C gesteigert wird und somit als wirksamer Schimmelschutz agiert). Hier stellen sich Fragen nach der Bauausführung, Temperaturgefüge im Raum, Untergrund, Nährstoffe, Lüftungsintervalle, Heiz- und Nutzerverhalten, Gebäudezustand usw. Es ist aber sehr wichtig zu erkennen, dass eine Sanierung ohne Ursachenbeseitigung i.d.R. wenig bis keine Aussicht auf Erfolg hat.

Je nach Befall müssen die Stellen restlos entfernt werden oder lassen sich mit weniger großem Aufwand sanieren. Produkte wie die Putzgrundierung PRELUDIO mit seinem recht hohen pH-Wert können auch prophylaktisch wirken (hier vor allem deshalb, weil dieses Produkt keine Nährboden bietet, da vollständig frei von Weichmachern) oder sogar bei geringem Befall sanierend eingesetzt werden. Unabhängig davon aber ist Schimmel ein sehr komplexes Thema und sollte von Experten angegangen werden.

Reißen Lehmputze leichter als herkömmliche Produkte?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man sich zunächst mit dem Begriff „Riss“ beschäftigen. Wir unterscheiden im Wesentlichen zwei verschiedene Arten von Rissen, nämlich zum einen den Schwundriss, zum anderen den „Bewegungsriss“.

Vom Schwundriss spricht man dann, wenn sich in der Putzfläche aufgrund zu hoher Putzstärken und/oder zu schneller Trocknung feine Risse bilden. Jeder Baustoff hat eine maximale Schichtstärke, die je Arbeitsgang aufgebracht werden kann. Wird diese Schicht überschritten, führt das unabhängig vom Baustoff zu Rissen. Das Wasser in der Beschichtung entweicht nach und nach aus dem System und hinterlässt dabei einen Hohlraum. Bis zu einem gewissen Grad können die Partikel in der Matrix diesen Hohlraum ausgleichen und einen Verbund bilden, der die Rissbildung verhindert. Ist der Volumenverlust aber zu groß oder trocknet die Fläche zu schnell, entstehen unweigerlich Risse. Gegen diesen Anwendungsfehler ist kein Kraut gewachsen!

Eine weitere Quelle für Rissbildung sind Bewegungen des Untergrundes, auf dem die Putzsysteme aufgebracht sind. Solche Bewegungen können auftreten, wenn der Untergrund auf Vorkommnisse der Umgebung reagiert, sich also z.B in Folge von Aufwärmen und Abkühlen so stark bewegt, dass die Belastungsgrenze der Beschichtung überschritten ist. Das Gefüge der Beschichtung hat nicht mehr so Kraft, der Bewegung entgegenzuwirken, die Verbindungen der Partikel untereinander reißen ab.

Ähnlich verhält es sich, wenn der Untergrund selbst noch nicht vollständig ausgetrocknet ist und es hier ebenfalls zu Volumenveränderungen kommt. In die gleiche Kategorie gehören Untergründe, die durch äußere Einflüsse auffeuchten (und sich dadurch in Größe und Form verändern!) und dann wieder austrocknen.

Die klassische Form des Bewegungsrisses liegt dann vor, wenn der Untergrund mechanischen Belastungen ausgesetzt ist (z.B. Winddruck, Setzen des Baugrundes usw.), die höher ist als die Eigenstabilität. Bewegt sich der Untergrund, wird die Belastung weitergegeben. Ein Riss ist in solchen Fällen nur die logische Konsequenz. Beschichtungen, ganz gleich welcher Art, haben nicht die Aufgabe, eine nicht stabile Konstruktion ausreichend stabil zu machen, sie können es auch gar nicht.

Alle rein mineralischen, nicht vergüteten Putz- und Beschichtungssysteme reagieren hinsichtlich möglicher Risse in gleicher Weise. Aber obwohl diese mineralischen Systeme als spröde bezeichnet werden, so gilt doch zumindest für den Lehmputz, dass er bei ordnungsgemäßer Handhabung von selbst nicht reißt.

Hier und da vermutet man schon im Vorfeld, dass eine erhöhte Rissgefahr vorliegt. Man versucht dem mit Armierungen entgegenzuwirken, aber dieser Prophylaxe sind Grenzen gesetzt. Egal wie umfangreich man solche Maßnahmen angeht, es geht immer „nur“ um die Minimierung einer Rissgefahr. Einen vollständigen Ausschluss kann kein System gewährleisten. Die Beschichtung ist das schwächste Glied in der Kette, stabilisierende Aufgaben müssen von den Konstruktionen selbst übernommen werden.

Ob Trockenbaukonstruktionen grundsätzlich rissanfälliger sind als massive Aufbauten, sollte man so pauschal nicht aburteilen. Man darf aber den Grundsatz aufstellen, dass mit zunehmendem technischen (und damit verbunden meist auch finanziellen) Aufwand die Gefahr der Rissbildung zurückgeht. Mehr und mehr setzt sich aber die Erkenntnis durch, dass das vorherige Anbringen einer Armierung (z.B. technische Vliestapeten) gerade bei Trockenbaukonstruktionen die Situation verbessern. Es wäre aber ein Irrglaube anzunehmen, dass die Armierung das Problem grundsätzlich und auch für alle Ewigkeit beseitigt!

Schützt Lehm vor Elektrosmog?

Vielfach wird behauptet, dass Lehmputze ideal geeignet sind zur Bekämpfung der Auswirkungen von Elektrosmog. Ohne weitere Zusätze basiert das Prinzip auf der dichten Masse (i.d.R. je dichter, desto höher die Abschirmwirkung), so dass die Abschirmwirkung von 15 mm Lehmgrundputz wohl nicht wesentlich besser ist als von 15 mm Zementputz. Dr. Dietrich Moldan hat unter dem Titel „Reduzierung hochfrequenter Strahlung – Baustoffe und Abschirmmaterialien“ eine sehr lesenswerte Studie veröffentlicht, die diese Aussage stützt.

Aber: versetzt man einen ca. 1,5 mm stark aufgetragenen Lehmputz mit Zusätzen wie Carbonfasern (vergl. LESANDO-Abschirmputz MENO), zeigen sich ganz erstaunliche Ergebnisse, die offenbar so nur in Verbindung mit diesem Lehmputz zu erzielen sind – die Abschirmleistungen steigen extrem stark an und verbleiben unabhängig von der Frequenz der Strahlung auf sehr hohem Niveau. Kein anderer Baustoff in der Untersuchung hat vergleichbare Messkurven, bei vielen Produkten sinkt die Abschirmwirkung mit zunehmender Frequenz.

Zudem liegen Erkenntnisse vor, dass mit der gleichen Art und Menge der Carbonfaser in anderen Trägermaterialien als Lehm deutlich schlechtere Abschirmwerte erzielt werden. Man vermutet, dass die vergleichsweise hohe Gleichgewichtsfeuchte im Lehm ein zusätzliches Abschirmpotential hat (die Gleichgewichtsfeuchte beschreibt die maximale Feuchte, die ein Baustoff bei konstanter Umgebungsfeuchtigkeit und konstanter Temperatur aufnehmen kann).

Abschirmprodukte wie MENO wirken bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern durch Reflexion. Die auftreffende Strahlung wird dabei zum allergrößten Teil reflektiert, nur ein kleiner Teil wird in Wärme umgewandelt. Bei den elektrischen Wechselfeldern (die immer dann auftreten, wenn Energie kabelgebunden übertragen wird, also z.B. Elektroleitungen u.ä.) werden die Felder von der elektrisch leitfähigen (aber metallfreien) MENO-Fläche über die Ableitung an den Potentialausgleich geführt, die Fläche ist „geerdet“.

Die Kombination aus raumklimatisch wirksamem Lehmputz in Verbindung mit der technische Eigenschaft, die Auswirkungen von Strahlung und Felder zu reduzieren, macht MENO zu einem wertvollen technischen Produkt.

Wie unterstützt Lehmputz ein gesundes Raumklima?

Es gilt als allgemein anerkannt, dass ein gesundes Raumklima im Hinblick auf die Feuchtigkeit der Raumluft bedeutet, dass sich diese um einen Wert von 50 % einpendeln soll, dabei nach Möglichkeit dauerhaft nicht unter 40 % absinkt, aber auch 60 % nicht übersteigen sollte. Schwankungen in der Menge des Wasserdampfs in der Raumluft gibt es immer und die sind auch völlig normal. Ziel ist es aber, einen Weg zu finden, diese Schwankungen aufzufangen.

Der Baustoff Lehm hat die Eigenschaft, überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen und zwischen zu speichern, dann aber wieder an die Raumluft abzugeben, wenn sich die Verhältnisse dort soweit verändert haben, dass die Luft wieder selbst Feuchtigkeit aufnehmen kann. Das ist die so genannte Sorptionsfähigkeit. Die Tonminerale im Lehmputz wirken hier besonders vorteilhaft. Um diesen Effekt zu erzielen, braucht es aber nicht gleich dicke Lehmwände. In den ersten 10 mm einer Schicht spielt sich in einem überschaubaren Zeitraum das Meiste ab. Hier wiederum ragen die ersten 2 bis 3 mm heraus. Diese auf den ersten Blick dünne Schicht reagiert am schnellsten und erst wenn diese obere Schicht nicht mehr in der Lage ist, weiteren Wasserdampf aufzunehmen (wenn sie also „gesättigt“ ist), werden die Schichten dahinter in Beschlag genommen – ähnlich einem Schwamm, der sich in einem dünnen Wasserbett nach und nach vollsaugt.

Je tiefer jedoch der Wasserdampf in der Lehmschicht vordringen muss, desto größer wird der Widerstand. Dann braucht es entweder einen steigenden Druck auf der Rauminnenseite, um die Moleküle weiter in die Lehmschicht wandern zu lassen oder Zeit. Aus diesem Grund machen besonders dicke Lehmschichten (dazu zählt nach unserer Auffassung auch ein Lehmgrundputz) in Räumen wenig Sinn, wo es darum gehen soll, möglichst schnell die Vorteile der Sorption auszuspielen, wie z.B. in Badezimmern.

Die hohe Luftfeuchtigkeit, die sich zumindest vorübergehend in Badezimmern bilden kann, führt immer wieder zur besorgten Frage, ob dadurch der Lehm an der Wand nicht weich wird. Wir müssen natürlich sehen, dass es sich dabei um Wasserdampf handelt und nicht um flüssiges Wasser. Lehm ist mit Wasser reversibel, also wieder anlösbar, daher macht der Einsatz im ungeschützten Außenbereich in unseren Gefilden auch keinen Sinn. Aber eine derart hohe, dauerhafte Luftfeuchtigkeit, die zur Folge hätte, dass ein Lehmputz weich werden könnte, würde viel früher erhebliche Bauschäden zeigen, weil von dieser extrem hohen Luftfeuchtigkeit ja auch alle anderen Bauteile im Raum betroffen wären. Lehmputze im Badezimmer ist daher nicht nur kein Problem, er ist außerhalb des direkten Spritzwasserbereichs auch besonders empfehlenswert.

Aber auch Schlafräume verdienen eine besondere Beachtung, weil wir während unserer Ruhephasen nicht unerhebliche Mengen an Wasserdampf erzeugen, diese aber aufgrund geschlossener Fenster und Türen nicht über Konvektion abführen.

Wichtig zu erkennen ist die Tatsache, dass für die Regulierung der Raumluft die Fläche entscheidender ist als die Schichtdicke, weil sie schneller reagiert und große Flächen rein rechnerisch schon von Vorteil sind. Das gilt im Übrigen auch für die Strukturausbildung selbst, wo glatte Oberflächen die Fähigkeit zur Feuchteregulierung langsamer ausspielen können als besonders porige, raue Strukturen. Dies ist eine rein physikalische Betrachtung, aus dem ästhetischen Blickwinkel betrachtet bieten die glatten, geschliffenen Flächen natürlich eine unvergleichlich höhere Qualität.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Geschwindigkeit , in der ein Baustoff Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. Auch hier zeigt der Werkstoff Lehm signifikante Vorteile gegenüber einer Vielzahl anderer Baustoffe. Lehmputze zeigen sich reaktionsfreudig und in Verbindung mit einer möglichst großen Fläche spielen sie ihre Trümpfe nachhaltig aus.

Aber Raumklima bedeutet noch mehr. Nicht uninteressant für Hausstauballergiker ist, dass Lehmoberflächen sich elektrostatisch nicht aufladen lassen. Dadurch wird der Staubverwirbelung im Raum entgegengewirkt. Ebenso enthalten die LESANDO-Produkte keine Fogging fördernden Substanzen. Im Bereich der Luftreinigung sind die Tonminerale im Lehmputz in der Lage, Fremd- und Schadstoffe in hohem Maße zu binden. Es ist aber genauso wichtig zu erwähnen, dass Lehmputze dabei diese Stoffe nicht „umwandeln“, sondern sie bedienen sich eines nachvollziehbaren chemisch-physikalischen Prozesses. Lehm ist kein Wundermittel mit magischen Zügen, keine Zauberei, Lehm ist ein Baustoff mit wertvollen Eigenschaften!

In diesem Zusammenhang muss mit einem weit verbreiteten Irrglauben aufgeräumt werden! Lehm ist ein sehr guter und effizienter Puffer, er kann aber weder Feuchtigkeit produzieren noch einen andauernden Feuchtigkeitsüberschuss abbauen. Wer von Grund auf ein zu trockenes Raumklima hat, kann mit Lehmprodukten die Voraussetzung schaffen, einen zwischenzeitlichen „Feuchtigkeitsspeicher“ zu haben, wo es zu feucht ist, kann Lehm eine gewisse Menge bis zu seiner eigenen Sättigungsgrenze aufnehmen. Ist der Lehmputz im wahrsten Sinne des Wortes „satt“ und es entsteht immer noch mehr Feuchtigkeit, muss diese auf andere Weise abgeführt werden. Es ist immer eine Frage der Gesamtheit, zu der auch das Nutzer- und Lüftungsverhalten beiträgt.

Wie lange dauert die Trocknung von Lehmprodukten?

Das gilt zunächst für den Vorgang der Trocknung bzw. Härtung. Der Unterschied zu Systemen auf der Basis von Gips, Kalk, Zement usw. besteht darin, dass Lehmprodukte physikalisch trocknen, indem sie das Anmachwasser nach und nach abgeben und erst dann die Endhärte erreichen können, wenn das Wasser das System verlassen hat. Herkömmliche Systeme nutzen chemische Vorgänge bei der Härtung.

Die Frage, „wann ist der Lehmputz trocken“ (und damit auch, wann eine weitere Beschichtung erfolgen kann) lässt sich im Grunde sehr einfach beantworten: wenn das Anmachwasser vollständig entwichen ist! Meistens erkennt man das allein schon an der Farbe, getrocknete Schichten unterscheiden sich deutlich von noch feuchten Stellen. Bei Lehmputzen heißt vollständig trocken aber auch gleichzeitig vollständig ausgehärtet. Die Trocknungszeit ist von vielen Faktoren abhängig. Zum einen von der Neigung der Wasser bindenden Bestandteile (hier vor allem des Tons), das angelagerte Wasser wieder an die Umgebung abzugeben.

Natürlich spielen die klimatischen Bedingungen eine ganz zentrale Rolle. Der Lehmputz kann das Wasser nur in dem Maße abgeben, wie die Umgebungsluft in der Lage ist, dieses aufzunehmen. Je feuchter und kälter die Umgebung ist, desto länger ist die Trocknungszeit.

Auch der Untergrund, auf dem der Lehmputz aufgetragen ist, hat Bedeutung, schlägt hier doch zunächst ein Teil des Anmachwassers vorübergehend weg, nur um dann nach und nach durch die Deckschicht endgültig an die Raumluft abgegeben zu werden. Allerdings darf der Untergrund auch nicht zu viel zu schnell aufsaugen, weil die Beschichtung dann „verbrennen“ kann, was Festigkeitsverluste zur Folge haben kann (das gilt im Übrigen auch für herkömmliche Produkte). Daher spielt die Untergrundvorbehandlung eine große Rolle, weil sie zudem auch noch Einfluss hat auf die Bearbeitung(squalität) der Lehmputzoberfläche.

Wie wird ein Lehmputz hergestellt?

Wir produzieren an unserem Standort im unterfränkischen Dettelbach bei Würzburg ausschließlich Werktrockenmörtel. Konkret werden dabei genau verwogene Komponenten in einer großen Mischmaschine homogen vermengt. Nach ausreichender Durchmischung und Prüfung der Qualität (technische Kontrolle wie auch Kontrolle des Farbtons bei den Dekorprodukten) wird das Produkt in die Gebinde abgefüllt und ausgeliefert. Ein durchaus konventioneller Produktionsablauf also.

LESANDO ist ein mittelständisches Unternehmen. Es ehrt uns sehr, dass viele unserer Kunden und Partner der Ansicht sind, die Produktion bestünde aus einer gewissen Anzahl großer Rohstoffsilos und würde von einer computergestützten Zentrale aus vollautomatisch gesteuert.

Die Vielzahl der Produkte und die hohe Anzahl von Farbtönen bedingen eher eine nahezu kunden- und objektbezogenen Produktion, so dass wir uns vielmehr als Manufaktur denn als Industrieunternehmen verstehen. Nicht selten bestimmen Sonderwünsche das Tagesgeschäft, ein Umstand, den wir nicht beklagen, eher begrüßen!

Was ist drin in den LESANDO-Produkten?

Die Lehmprodukte von LESANDO bestehen aus den Komponenten Ton, Sand, Pigmente und Hilfsmittel, den so genannten Additiven. Die einzelnen Produkte unterscheiden sich durch die Mengenanteile der Komponenten sowie durch die Korngrößen der verwendeten Sande.

Ton ist ein Schichtsilikat, das die Eigenschaft hat, zwischen seinen Plättchen Platz zu lassen für die Speicherung von Feuchtigkeit in Form von Wasser bzw. Wasserdampf. Die Kunst liegt darin, aus der nahezu unüberschaubaren Vielfalt verfügbarer Tone (man geht von weit mehr als 1.000 verschiedener Tonsorten aus!) den oder die Tone auszuwählen, die für den jeweiligen Einsatzzweck am besten geeignet sind. Ton ist also absolut nicht gleich Ton. Es bedarf einiger Erfahrung und viel Entwicklungsarbeit mit zahlreichen Versuchen, um den richtigen Ton zu finden.

Denn die Unterschiede bei den Tonsorten können erheblich sein! Vor allem die in unterschiedlichen Mengen und in variierender chemischer Struktur vorhandenen natürlichen Begleitmineralien im Ton verleihen ihm seine charakteristischen Eigenschaften (Geschmeidigkeit, Trocknungsverlauf, Wasserrückhaltevermögen usw.), aber auch seinen Farbton. LESANDO verwendet Tone, die weißlich-beige, erdig-ocker und bräunlich-rot sind. Alle Tone werden zunächst als Rohprodukt in den ausschließlich in Deutschland befindlichen Gruben abgebrochen, gemahlen, gereinigt und anschließend als feines, trockenes Pulver angeliefert.

Eine besondere Form des Tons ist Kaolin, auch Porzellanerde, China Clay oder weiße Erde genannt. Es sind vor allem die technischen Eigenschaften und die helle Farbe, die Kaolin als Bestandteil einiger Produkte interessant machen. Kaolin kennt man aber auch als Komponente bei der Papier und Porzellanherstellung.

Der Hauptbestandteil von Putz- und Anstrichsystemen ist Sand, der die Funktion eines Füllstoffs darstellt. Tone alleine könnten sich handwerklich gar nicht verarbeiten lassen, würden zu klebrig, zu zäh und auch zu klumpig sein. Zum anderen treten bei der Trocknung von Ton hohe Spannung auf, die dazu führen würden, dass das aufgebrachte Material mit Sicherheit großflächig abplatzen würde. Sand „magert ab“, Ton allein ist in aller Regel „zu fett“. LESANDO setzt beim Füllstoff Sand nicht auf den weit verbreiteten Quarzsand, sondern verwendet ausschließlich schneeweißen italienischen Marmor, dessen großer Vorteil darin liegt, dass diese weiße Basis die Brillanz der Farbtöne deutlich verbessert. Physiologisch können die Marmorstäube im Vergleich zum Quarzstaub auch als unbedenklich angesehen werden, was vor allem für die LESANDO-Mitarbeiter in der Produktion unverzichtbar wichtig ist.

Der Marmor wird zunächst blockweise aus dem Steinbruch abgebaut und dann zu unterschiedlich großen „Körnchen“ vermahlen. Die Größe dieser Körner, die LESANDO einsetzt, reicht von puderfeinem Material (z.B. für kornlose Produkte wie der Lehmfarbe BRAVO oder dem farbigen Feinspachtel RONDO) bis zu mittelgroben Granulaten, wie sie u.a. beim Ausgleichsputz INTERMEZZO eingesetzt werden, um zum einen eine gewisse Schichtstärke gewährleisen zu können, zum anderen, um das Schwindmass zu reduzieren und unterschiedliche Schichtstärken in einem Arbeitsgang ausführen zu können.

Ein Produkt besteht aber nie nur aus einer einzigen Korngröße, sondern umfasst verschieden große Fraktionen, die zusammen die so genannte „Sieblinie“ darstellen. Ziel ist es, eine möglichst gut aufeinander abgestimmte, homogene Sieblinie zu erzeugen, die zwischen den einzelnen Partikeln möglichst keine Hohlräume hinterlässt. Gelingt dies, ist die Matrix für sich bereits so stabil, dass man auch bei Lehmputzen ohne den Griff in die chemische Trickkiste absolut wettbewerbsfähig harte Oberflächen erzeugen können. Es ist ein Irrglaube, man könne mit einer falsche Sieblinie, aber genügend „Kleber“ ein gutes Produkt herstellen.

Die Pigmente übernehmen – in Kooperation mit den weißen Sanden und den Tonmehlen – die Aufgabe der Farbgebung. Aus einer mittlerweile nicht mehr zu überschauenden Auswahl an Pigmenten (sind es mittlerweile 20.000 verschiedene Pigmente oder sogar schon 30.000?) werden bei LESANDO nur anorganische Typen verwendet. Deren Vorteil liegen in Unbedenklichkeit und in der technischen Stabilität; sie sind alterungsbeständig.

Beim Pigment weiß setzen wir auf Titandioxid eines Partners aus Slowenien. Titandioxid ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Pigment mit Produktionsmengen jenseits der 5 Mio. Tonnen im Jahr. Das im umweltfreundlicheren Sulfatverfahren hergestellt Pigment (es entsteht keine Dünnsäure!) ist im Übrigen unter der E171 auch für Lebensmittel zugelassen.

Der Rohstoffphilosophie konsequent folgend zeigt sich beim Pigment gelb, wie schwer es ist, geeignete Typen zu finden. In der EU und vielen anderen Ländern hat man die giftigen Gelbpigmente Bleichromat und Cadmiumsulfid geächtet, wohl wissend, dass Ersatzpigmente aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht nicht zu finden sind. Auch coloristisch stellt das eine Herausforderung dar. Eine ernstzunehmende Alternative zu den toxischen Färbemitteln ist das Bismutvandat, das eine recht kurze Geschichte hat (es wird erst seit Mitte der 1980er Jahre industriell hergestellt) und nach und nach trotz des sehr hohen Preises den Weg in die Produkte findet. Mit derzeit rund 1.500 Tonnen Produktionsmenge im Jahr liegt die Menge noch im verschwindend geringen Bereich, das Pigment weist aber neben der physiologisch sauberen Weste technische Vorteile auf, die sich vor allem in der sehr hohen Deckkraft widerspiegeln und in einer für Gelbpigmente außergewöhnlichen Klarheit des Farbtons. Zusammen mit unserem polnischen Partner haben wir aus einer gewissen Anzahl von Variationen das Gelbpigment gewählt, das unseren Anforderungen am besten entspricht.

Unproblematisch wird es bei den Eisenoxiden ocker, rot und schwarz. Hier gibt es standardmäßig eine große Anzahl verschiedener Nuancen beim Farbton. Der Löwenanteil dieser Pigmente werden heute aber nicht mehr u.a. aus der Erde in aufwändigen Aufschlämmverfahren gewonnen, sondern synthetisch als Eisenoxid hergestellt, wie die meisten Eisenoxidpigmente. Durch diesen gesteuerten Prozess ist eine hohe und genaue Reproduzierbarkeit des Rohstoffs gewährleistet, zudem könnte der Bedarf des Marktes ohne diese technische Herstellung nicht im Ansatz befriedigt werden. Die Pigmente beruhen – wie der Name schon vermuten lässt – auf dem Element Eisen und sind als Lebensmittelfarbstoff zugelassen (E172). Alle Eisenoxidpigmente von LESANDO werden in Deutschland produziert.

Bleibt noch das Pigment blau. Das von uns eingesetzte Ultramarinblau wird von unserem Partner in Frankreich hergestellt. Vor allem die Geschichte von Ultramarinfarbstoffen ist interessant. Im Mittelalter war der blaue Farbstoff eigentlich nur bestimmten sozialen Schichten vorbehalten, denn der natürliche Grundstoff war der Halbedelstein Lapis Lazuli, der sehr kostspielig war (Preis heute für 1 kg Pigment aus Lapiz Lazuli: deutlich über 2.000 €!) und aus Afghanistan in unsere Gefilde gebracht werden musste (Ultramarin = italienisch, bedeutet „über das Meer gebracht“). In den 1820er und 1830er Jahren wurden Preise ausgesetzt zur synthetischen Nachbildung dieses Edelpigments, das im Grunde nur aus den natürlichen Komponenten Kaolin, Schwefel, Natriumsulfat, Natriumkarbonat und Kohle besteht. Es ist seinerzeit gelungen und setzt den Begriff „synthetisch“ damit in ein anderes Licht: der künstliche, von Menschenhand geschaffene „Nachbau“ aus natürlichen Bestandteilen unter bestimmten Bedingungen, um die „Reifezeit“ von einigen Millionen Jahren auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Bei den Additiven setzt LESANDO pflanzliche Stärken und Cellulosepulver ein (Herkunftsland Deutschland). Sie gelten als physiologisch unbedenklich und biologisch abbaubar und werden bei der Entsorgung des Produkts bzw. Produktreste teilweise wie Lebensmitteln behandelt. Diese Hilfsmittel unterstützen die durch die Tone eingebrachte Geschmeidigkeit beim Auftragen der Beschichtungen, verbessern das Wasserrückhaltevermögen (in der frischen Schicht will man das Wasser eine gewisse Zeit halten, ohne dass es an den Untergrund oder die Raumluft abgegeben wird, weil man so länger Zeit hat, die Oberfläche zu bearbeiten, verlängern also die „Offenzeit“) und unterstützen die Partikel, während des Beschichtungsvorgangs näher aneinander zu rücken, um so die Kompaktheit zu erhöhen.

Unsere Erfahrungen haben aber gezeigt, dass die Wirkungen dieser Additive bei unseren Lehmprodukten bei weitem nicht so ausgeprägt sind wie die Hersteller dieser Rohstoffe behaupten oder wie das möglicherweise in konventionellen Produkten der Fall sein kann. Die Erkenntnisse von LESANDO lassen vielmehr die Vermutung zu, dass lehmbasierte Produkte durchaus ihre eigenen Gesetze aufstellen und Charakteristiken wie Offenzeit, Wasserrückhaltevermögen, ja sogar die Geschmeidigkeit durch den „richtigen“ Ton weit besser gesteuert werden können als durch einen noch so ausgeklügelten Additivcocktail. Additive können helfen, bestimmte Eigenschaften eines Produkts zu verbessern, die können aber in keinem Fall aus einer falschen Rohstoffzusammen-setzung ein gutes Produkt machen!

Ist Lehm als Baustoff geeignet?

Lehm – Baustoff der Kulturen!

Lehm ist der älteste Baustoff der Menschheit. Seit rund 9000 Jahren wird der Urbaustoff für die unterschiedlichsten Bereiche eingesetzt. Weite Teile der chinesischen Mauer waren beispielsweise aus Lehm, aber auch Kultstätten der Antike, wie z.B. die Speicherkatakomben des Ramses II, der vor mehr als 3200 Jahren gelebt hat.

Doch soweit müssen wir nicht zurück in der Zeitrechnung! Traditionelle Behausungen wie die Lehmbauten der Pueblo-Indianer in den USA zeigen auch, wie dauerhaft dieses Material sein kann. Vor allem die klimatischen Verhältnisse dieser Häuser in der sengenden Sonne der Wüste sind mehr als bemerkenswert.

Heute verwenden wir Lehm als modernen Gestaltungswerkstoff mit vielen Variationen in Form und Farbe. LESANDO hat sich dabei spezialisiert auf die Herstellung von Dekorputzen in Schichtstärken von 0,1 bis 2 mm. Das Anwendungsgebiet umfasst dabei alle Innenräume und lässt in punkto Gestaltung keine Wünsche offen.

Der Wandel in den Industriestaaten
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollzog sich ein grundlegender Wandel in den Industriestaaten im Bezug auf Lehm. Industriell vorgefertigte Bauteile eroberten den Markt und bereits damals hieß die Losung: Lohnkostensenkung. Lehm galt als nicht mehr zeitgemäßer Baustoff und verlor nach und nach seine Bedeutung. Einzig mit dem Ende der beiden Weltkriege flammte die Nachfrage nach Lehm nochmals auf, da als Baustoff kostengünstig und überall verfügbar. Der „Notbaustoff“ Lehm wurde auch zum „Baustoff für arme Leute“. Wer was auf sich hielt, der verwendete „moderne“ Baustoffe.

Normenlos – bedeutungslos?
Das hatte zur Folge, dass die „Lehm-DIN“ in der Bundesrepublik 1971 ersatzlos gestrichen wurde (in der damaligen DDR galten die Normen von 1953 noch bis zur Wiedervereinigung, allerdings ohne echte wirtschaftliche Bedeutung!) und es eben den „Freaks“ vorbehalten blieb, mit verhältnismäßig einfachen Mitteln diesen Baustoff wieder einzusetzen. So baute sich über Jahre hinweg ein Image auf, das der Bevölkerung als wenig professionell erscheinen musste. Begriffe wie „Latschen-Handwerker“ oder „Lehmtreter“ zeugen davon, beschreiben aber auch gleichzeitig die oberflächliche Betrachtung. „Lömmertrater“ (Lehmtreter eben), so werden heute teilweise noch die Einwohner des Würzburger Stadtteils Lengfeld bezeichnet, weil dort vor langer Zeit der Baustoff für viele Häuser in der Umgebung in den Lehmgruben abgebaut wurde. Der Grundstock übrigens für die Entwicklung einer ganzen Region!

Werkstoff für Ideen

Vom Urbaustoff zum Design!
Im Zeitalter „moderner“ Bauelemente aus Stahl und Glas, die ohne Zweifel Berechtigung haben, mutet der Einsatz des „Urbaustoff Lehm“ fast wie ein Rückfall in die Steinzeit an! Auf den ersten Blick mag sich dieser Eindruck zu bestätigen, wenn man „Lehmbau“ auf traditionelle, historische Bautechniken reduziert.

Aber Lehm ist „erwachsen“ geworden, den Kinderschuhen der Öko-Bewegung längst entwachsen! Lehm ist heute ein ernstzunehmender, vielseitiger Baustoff, der weit mehr Möglichkeiten zulässt, als die meisten vermuten werden. Ziel dieser Informationen, die gewiss nur einen kleinen Auszug bieten können, ist es, ein neues, objektives Blickfeld zu öffnen und anhand vieler, realistischer Beispiele zu zeigen, dass der „Baustoff der Kulturen“ heute lebendiger ist als je zuvor!

Lehm? – Lehm!

Lehm ist ein Verwitterungsprodukt der Natur und besteht aus Ton, Sand und Schluff, sehr feinen Teilchen. Die Tonminerale sind für die Bindefähigkeit des Gemischs verantwortlich. Je nach Tonsorte und Abbauort weist der Lehm unterschiedliche Zusammensetzungen auf.

Die Zugabe von Sanden (Strukturgeber), Pigmenten, Verarbeitungs-Hilfen (z.B. Pflanzenstärken) und Effektzuschlägen wie spezielle Körnungen oder Fasern machen dann die unterschiedlichen Strukturen und Putzsysteme aus. So ist es möglich, aus den verschiedenen Rohstoffen vom dünnschichtigen Streichputz bis hin zum Grundputz für Wandheizungen sehr vielfältige Putzsorten herzustellen. Auf die Zugabe von hydraulischen Bindemitteln (Gips, Kalk usw.) wird konsequent verzichtet.

Lehm – Eigenschaften!

Alle Eigenschaften in ihrem vollem zu beschreiben, würde sicher den Rahmen sprengen. Daher ist eine Beschränkung auf einige wenige, aber durchaus interessante Eigenschaften notwendig.

Feuchteregulierung
Die Feuchte regulierende Wirkung von Lehm im Bezug auf das Raumklima ist mittlerweile bekannt. Interessant in diesem Zusammenhang vielleicht noch die Tatsache, dass lediglich die ersten 10 mm einer Schicht sehr großen Einfluss auf das Raumklima haben, wobei die ersten 2 – 3 mm schneller reagieren als die restlichen Schichtstärken. Demzufolge ist vor allem die Flächengröße der wesentliche Einflussfaktor, nicht etwa die Schichtdicke

Die Luftreinigung – ein unerforschtes Phänomen!
Die Luftreinigung durch Lehm ist ein Phänomen, das bisher noch nicht wissenschaftlich nachweisbar ist. Prof. Gernot Minke von der Gesamthochschule Kassel ist bemüht, in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen dieser erstaunlichen Fähigkeit wissenschaftlich auf den Grund zu gehen. LESANDO hat bei diesem Vorhaben seine Unterstützung zugesagt. Eigene Erfahrungen bestätigen nämlich, dass auch nach Jahren in Räumen, die nur dünne Lehmputzschichten haben, selbst bei größerer Belastung die typischen Gerüche nicht zu vernehmen sind, wie z.B. bei der fränkischen Weinstube rechts im Bild, die bereits im Jahr 1997 mit einem 2 mm starken Lehmdekorputz versehen wurde.

Die Konservierung von Holz, die unbegrenzte Lagerfähigkeit, die Wärmespeicherung und andere Eigenschaften bedürfen mittlerweile nicht mehr ausführlichen Berichterstattungen. Auch ein Indiz dafür, dass der Baustoff Lehm seit Jahren wieder sehr ernst genommen wird.

Elektrosmog und Lehmputz?
In jüngster Zeit rückt jedoch eine andere Eigenschaft in den Mittelpunkt der Betrachtung: die Fähigkeit, den Einfluss hochfrequenter Strahlung zu reduzieren. Bei Versuchen hat man festgestellt, dass der Baustoff Lehm ab einer gewissen Schichtdicke doch erheblich Abschirmwirkung aufweist. Jedoch ist es aufgrund technischer Gegebenheiten in den meisten Fällen nicht möglich, derart starke Wandschichten aufzubauen. LESANDO hat hier aber eine erstaunliche Erfindung gemacht. Der Abschirmputz MENO verfügt nur über eine Schichtstärke von 1,5 mm und ist mit haarfeinen, hochwertigen Karbonfasern versetzt, so dass die Strahlung im Bereich von D- und E-Netzen des Mobilfunks um 99,7 % reduziert wird. Vergleichende Messungen haben festgestellt, dass z.B. andere Putzsysteme mit vergleichbarer massenmäßigen Zusammensetzung weitaus geringere Abschirmwirkungen besitzen. Der Grund: die hohe Feuchte, die im Lehm gespeichert ist, wirkt wie ein zusätzliches Schutzschild, verbessert dabei aber auch gleichzeitig das Raumklima und verhindert die Anreicherung von Reizstoffen und Allergenen in der Raumluft. Eine perfekte Kombination sehr wichtiger Vorteile, die bislang unerreicht sind. Prof. Peter Pauli und Dr. Dietrich Moldan haben in einer sehr umfangreichen Studie rund 300 verschiedene Produkte und Aufbauten hinsichtlich der Abschirmung gegenüber Hochfrequenz gemessen und die Ergebnisse in einer bemerkenswerten Broschüre veröffentlicht (http://www.drmoldan.de). Weitere Informationen zu Abschirmputz MENO finden Sie auch auf dieser Website.

Lehm – Vielfalt!

Lehm ist dank innovativer Entwicklungen heute weit mehr als braune Erde und Fachwerkfüllungen. Gerade die Produktpalette von LESANDO beweist, dass Lehm nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch auf dem neuesten Stand ist. Die Anwendungen reichen vom maschinell verarbeitbaren Lehmgrundputz über einfach anzuwendende Streich- und Spachtelputze bis hin zum exklusiven Glanzputz. Zusammen mit dem Naturwachs FINO, dessen Grundrezepturen aus dem alten Ägypten stammen und rund 3300 Jahre alt sind, lassen sich Lehmoberflächen wischfest ausführen, ohne dabei die positiven Eigenschaften der Feuchteregulierung zu verlieren. Eine weitere bautechnische Sensation!

Aber es geht nicht allein um Gestaltung. Auch im Bereich Technik hat LESANDO in Lehm einiges zu bieten. Spezialprodukte wie der Lehmkleber PROFONDO, mit dem Vliestapeten zur Aufbereitung schwieriger Untergründe verklebt werden oder der Wandglätter PRESTO, geeignet zum Glätten rauer Oberflächen oder zum Verspachteln von Lehmbauplatten usw.

Einzelheiten zu den Produkten finden Sie ausführlich unter der Rubrik Produkte.

Lehm – Untergründe und Anwendungen!

Das schönste Design und die aufwändigste Arbeit sind umsonst, wenn die Vorbereitung des Untergrundes nicht ordnungsgemäß erfolgt. Daher muss man diesem Teil der Arbeit besondere Aufmerksamkeit schenken.

Moderne Maschinentechnik!
Lehmgrundputze lassen sich maschinell oder von Hand ein- oder zweilagig auftragen. Entscheidend ist hier die Schichtstärke. Zum Überputzen von Wandheizungen hat sich Lehm in den letzten Jahren bestens bewährt. Die meisten Mauerwerke lassen sich dabei ohne Vorbehandlung direkt überputzen. Schichtstärken zwischen 12 und 15 mm sind dabei die Regel.

Traditionelle Handwerkskunst!
Dekorputze werden je nach gewünschtem Ergebnis ein- oder zweilagig und auch ein- oder mehrfarbig angewendet. Die handwerkliche, individuelle Ausführung verleiht den Dekorputzen die unverwechselbare Charakteristik. Besonders die Mehrfarbigkeit, die bei LESANDO-Produkten jedoch nur in einem einzigen Arbeitsgang erzielt wird, zaubert ein besonderes Flair in die eigenen vier Wände und wird gerne auch als „Toscana-Effekt“ bezeichnet.

Je nach Putzsystem werden die Farbtöne mit der Lasurbürste oder der Traufel aufgebracht und im nassen Zustand an der Fläche „ineinander gearbeitet“. Bei so aufgebrachten Spachtelputzen lässt sich die Oberfläche verbürsten, mit dem Schwamm bearbeitet, glätten oder rustikal strukturieren. Abschließend kann zudem mit dem Naturwachs FINO nicht nur ein natürlicher Schutz der Oberfläche erzeugt werden, sonders es besteht sogar die Möglichkeit, das Wachs selbst einzufärben und die Farbmöglichkeiten damit nochmals ins Unendliche wachsen zu lassen.

Auf die Basis kommt es an!
Dekorputze werden im Normalfall in einer Schichtstärke von 0,1 mm (z.B. Lehmstreichputz FURIOSO bis zu 2 mm (z.B. Lehmspachtelputz CAPRICCIO aufgetragen und stellen daher gewisse Anforderung an die Ebenheit des Untergrundes. Von mindestens der gleichen Bedeutung ist aber die gleichmäßige Saugfähigkeit. Unterschiedliches Saugverhalten kann dazu führen, dass es zu Farbveränderungen während des Trocknungsprozesses kommt, wie neben stehendes Foto zeigt. Hier muss erwähnt werden, dass es sich dabei nicht etwa um eine Lehmbeschichtung handelt, sondern um konventionelle Anstriche auf Dispersionsbasis.

Daher ist es für alle dünnschichtigen Beschichtungen erforderlich, die unterschiedlichen Saugfähigkeiten anzugleichen. LESANDO schafft das durch die Putzgrundierung PRELUDIO, die weiß eingefärbt ist und somit auch eine optische Kontrollmöglichkeit zulässt. Vor den eigentlichen Dekorputzen muss also ein so genanntes „flächeneinheitliches Bild“ vorliegen, das keine sichtbaren Unterschiede im Untergrund mehr zeigt.

Es geht also mittlerweile nicht mehr allein um die Herstellung ausreichender Haftung zwischen Untergrund und Putz (die ursprüngliche Hauptaufgabe von Putzgrundierungen), sondern mittlerweile mehr und mehr um das Herstellen gleichmäßiger Untergründe. Eine gar nicht so leichte Aufgabe bei der unüberschaubaren Vielfalt an verschiedenen Untergründen.

Lehm – Kosten!

„Warum sind Lehmbaustoffe so teuer, wo das Material doch nichts kosten kann?“ Die Frage ist ebenso falsch wie die Antwort schwierig ist. Dass Rohstoffe zur Herstellung technisch anspruchsvoller Produkte wie Lehmbaustoffe quasi in der Erde kostenlos zu haben sind, mag vielleicht mal vor 100 Jahren gegolten haben. Heute ist die Gewinnung der Rohstoffe ein technisch ausgereiftes Verfahren, das seinen Preis hat.

Lehm ist (noch) keine Industrie!
Bei all diesen Diskussionen darf auch nicht vergessen werden, dass Lehm nach wie vor ein Nischenprodukt ist und bei weitem nicht diese Dimensionen erreicht, wie man das bei der konventionellen Industrie kennt. Auch die Absatzmengen an Lehmbaustoffen sind nur ein Bruchteil derer herkömmlicher Produkte. Die Logistik ist noch nicht so entwickelt und auch die Akzeptanz in der Bevölkerung muss noch weit ausgebaut werden, um allein über diese Prozesse zu einer Kosteneinsparung zu kommen.

Aber trotzdem sind Lehmbaustoffe nicht teuer, das beweisen verschiedene Produkte wie z.B. der Lehmstreichputz FURIOSO, der mit jedem herkömmlichen Produkt konkurrieren kann. Die Zeitschrift Öko-Test verlieh diesem Produkt die Bestnote und selbst das renommierte Magazin Homes & Gardens bezeichnete FURIOSO als „die Zukunft der Wandgestaltung“.

Locker mithalten!
Die Arbeitsleistung des Handwerkers bei der Verarbeitung von Lehmdekorputzen ist durchaus vergleichbar mit bekannten Verfahren, so dass es nicht überraschend ist, wenn Leistungen mit Lehmputzen zu Preisen angeboten werden, die sich im Bereich konventioneller Aufträge bewegen. Die Tatsache, dass sich immer mehr Kunden gerade im hochwertigen Bereich für Lehmputze entscheiden (z.B. Lehmglanzputz) zeigt, dass selbst in Kreisen mit gehobenen Ansprüchen Fragen nach Design und Gestaltung rundum beantwortet werden können und das Preisgefüge zu passen scheint!

Lehm – Normen und Vorschriften!

Die Behauptung, Lehm sei kein genormter Baustoff und daher gäbe es auch keine Gewährleistung, ist Unsinn. Bis zum heutigen Zeitpunkt liegen zwar weder DIN-Vorschriften noch sonstige Erlässe vor. Das bedeutet dies aber keineswegs, dass sich die Arbeiten mit Lehm in einem rechts- und vorschriftenfreien Raum bewegen und im Schadensfall nicht belangt werden können

Stand der Technik!
Was die Anwendung und Ausführung betrifft, ist für Handwerker der Stand der Technik und die anerkannten Regeln des Handwerks maßgebend. Für Hersteller von Lehmbaustoffen gilt die Produkthaftung. Auch nicht genormte Putzmörtel, von denen es neben Lehm auch noch eine Reihe anderer gibt, sind sinngemäß wie genormte Mörtel anzuwenden.

Alles in allem ist die Rechtslage – und damit auch das Recht des Endverbrauchers – mit der bei konventionellen Produkten vergleichbar und wird in der Rechtssprechung auch so angewendet. Im Gegenteil, der Tatbestand, dass es sich beim verwendeten Baustoff um Lehm handelt, spielt keine Rolle. Die dem Handwerker vertrauten Vorschriften, wie z.B. die DIN 18350 oder DIN 18550 haben auch hier volle Gültigkeit!

Chancen erkennen und lernen!
Nach allen Erfahrungen gibt es speziell für Endverbraucher sogar Vorteile, wenn sie einen Handwerker mit der Ausführung von Lehmputzarbeiten beauftragen. Der Handwerker, der in diesen Arbeiten durchaus eine Marktchance in einem ansonsten mehr als schwierigem Umfeld sieht, wird sich weitaus mehr um eine ordentliche und hochwertige Ausführung bemühen, weil neue Baustoffe und neue Verarbeitungsweisen automatisch mehr Engagement einfordern. Der Handwerker wiederum erkennt, dass die Anwendung durchaus vergleichbar ist mit seinen bisherigen Leistungen, was die notwendige Sicherheit bei der Ausführung gewährleistet. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn die Reklamationsrate bei Lehmputzarbeiten erstaunlich gering ist.

Lehm – Pro und Contra!

Lehm wird – auch bei aller Euphorie – auf lange Zeit ein „Nischenprodukt“ bleiben. Die überschaubare Größe der meisten Hersteller lässt auch eine Expansion in Ausmaße konventioneller Maßstäbe auf absehbare Zeit nicht zu. Die Frage ist ja auch, ob das dem Baustoff überhaupt „gut“ tun würde, denn man kann mit Fug und Recht behaupten, dass der Qualitätsgedanke bei Produkten wie Lehm sehr ausgeprägt ist – anspruchsvolle Kunden wollen anspruchsvolle Produkte, keine Massenware!

Lohnintensive Arbeiten wie z.B. der Massivlehmbau werden es sehr schwer haben, sich in Zeiten einer überzogenen Sparwut durchzusetzen. Das dokumentiert auch den Vorteil bei Produkten, die sich mit einem vertretbaren Zeiteinsatz verarbeiten lassen!

Offene Ohren – offener Geist!
Leider aber fehlt es immer noch an der Offenheit aller Beteiligten, also nicht allein beim Endverbraucher, sondern auch beim Handwerk, dem Handel und dem Planer. Hier ist weitere Aufklärungsarbeit, ja Pionierarbeit nötig! Da es keine „Lehmlobby“ mit einer entsprechenden Marktmacht gibt, wird dies ein langwieriger Prozess bleiben.

Aber die Akzeptanz steigt, weltweit. Der Wunsch nach wohngesunden Oberflächen ist nach wie vor stark ausgeprägt. Wenn dann noch derartig viele und facettenreiche Gestaltungsmöglichkeiten wie mit den Dekorputzen von LESANDO dazukommen, dann darf man darauf hoffen, weitaus mehr Gehör zu finden. Die Aufwendungen für „Leistungen in Lehm“ sind absolut konkurrenzfähig. In nicht wenigen Bereichen stellen wir sogar eine technische Überlegenheit fest. Lehm ist „salonfähig“!

Unbestritten ist die Tatsache, dass Lehm zu einer Wertsteigerung der Objekte führt. Auch das muss für die Zukunft stärker in Betracht gezogen werden. Last but not least sei noch erwähnt, dass wir damit Grundzüge unserer Unternehmensphilosophie verwirklichen. Nämlich umweltschonende Produkte marktfähig zu machen und zu zeigen, dass es im wahrsten Sinne des Wortes „Alternativen“ gibt.

Alles über Lehmfarbe

Farbe gestern und heute
Bereits seit tausenden von Jahren gestalten die Menschen Ihren Lebensraum und Ihre Wände mit Farbe. Angefangen bei den Höhlenmalereien der Steinzeit über die mit Ochsenblut gestrichenen Häuser der alten Römer bis hin zu den Wänden, die noch bis in die 70er Jahre hinein mit schlichten Kalk- oder Leimfarben gestrichen wurden, dienen die Gestaltungen einem Zweck: Der Mensch hat den naturgemäßen Willen seine direkte Lebensumwelt selbst zu gestalten, dem Zuhause seine eigene Farbe zu geben, um sich so im eigenen Heim wohler zu fühlen. Die Farbe der Wände ist damit nicht nur abhängig von Modeerscheinungen und Trends, sie ist immer auch ein Ausdruck des Erlebens und des persönlichen Stils.

Wandfarbe heute
Heute erhältliche Farben für Innenwände und –Decken spiegeln den Stand der chemisch-technischen Entwicklung in diesem bedeutenden Sektor der Baubranche: Farben für die Wand müssen einfach zu verarbeiten sein und sie müssen gute Deckeigenschaften haben. Dem Kriterium „einfache Verarbeitung“ entspricht die Farbenindustrie, indem sie fertige Wandfarben, nach dem Prinzip „Eimer auf und los“ anbietet. Ausgeklügelte Füllstoffkombinationen, Zuschläge und Pigmentvariationen sorgen für die Deckkraft. Und weil die Geschmäcker verschieden sind, muss jeder Farbwunsch erfüllt werden. In den letzten Jahren verlangt der Verbraucher immer mehr, angesichts der Zunahme an sog. Wohngiften (= Schadstoffbelastung in Innenräumen), nach schadstoffarmen / schadstofffreien Wandfarben.

Farbe „to go“
Die Entwicklung, dass Wandfarben industriell hergestellt und verarbeitungsfertig angeboten werden, ist relativ jung. Noch bis vor vierzig Jahren ging man, wollte man der guten Stube ein neues Gesicht verleihen, zum Maler um die Ecke. Der mischte Kalk- oder Tonmehl mit Pigmenten und Leim, rührte das Ganze in Wasser auf und fertig war die Farbe… Deckkraft, Homogenität und Fließverhalten der Wandfarbe (wichtige Kriterien für die Verarbeitungseigenschaften!) waren abhängig von den Erfahrungen und dem Geschick des Malermeisters. Erst seit es Baumärkte gibt, suggeriert im Fernsehen die weiße Angorakatze, dass das Anstreichen quasi beim Durchgehen „mit einem Schwanzstreich“ allein durch die Auswahl der richtigen Wandfarbe „tierisch einfach“ von der Hand geht. Die Entwicklung von haltbarer, verarbeitungsfertiger (also nasser), homogener Wandfarbe war und ist nicht realisierbar ohne die umfangreiche Palette chemischer Füllstoffe, Additive, Weichmacher, Dispersionen und Konservierungsstoffe. Das Ganze blieb nicht ohne Folgen für die Gesundheit, das ist inzwischen hinlänglich bekannt. Viele der für die Farbherstellung verwendeten Substanzen stehen auf der Liste der Wohngifte ganz oben: Terpene, Alkane, BTX (Benzol, Toluol, Xylole), Aldehyde, Formaldehyde…

Ansätze von EU und Bundesumweltministerium, wie die vielgepriesenen „VOC-Richtlinien“ zur Verminderung von gesundheitsschädlichen, flüchtigen organischen Verbindungen oder auch ein „blauer Engel“ gehen zwar in die richtige Richtung, sind aber angesichts des gigantischen Drucks, den die Industrie ausübt, entweder „zahnlos“ oder gar eine Art „freiwillige Selbstkontrolle“ (wie der Blaue Engel) der chemischen Großindustrie.

Wir wollen mit der Lehmfarbe BRAVO zeigen, dass die Herstellung eines hochdeckenden, verarbeitungsfreundlichen Anstrichs völlig ohne Lösemittel und Konservierungsstoffe möglich ist.

Warum Lehm für Farbe?

Der Begriff „Dispersionsfarbe“ umfasst die gängigste Art von Wandfarben und bedeutet letztlich nur, dass das Bindemittel (also Kunst- oder Naturharz) im Wasser gelöst ist. Weil (Kunst-) Harze aber normalerweise nicht wasserlöslich sind und um die Verarbeitungseigenschaften dieser Farben zu verbessern, müssen Lösemittel (Terpene, Ethanol…) beigemischt werden. Die Lehmfarbe BRAVO bedarf keinerlei Lösemittel, weil die Inhaltsstoffe sich in Wasser lösen lassen bzw. als winzige Festkörper (z.B. Pigmente) in der angerührten Farbe schweben.

Die Vorteile von Farbe als Trockenpulver 
Eine Herausforderung bei der Entwicklung von trockenen Farben und Putzen besteht darin, das angerührte Material (ohne Dispersionen) möglichst lange in der Schwebe zu halten. Das kann dadurch erreicht werden, dass dem Farb- oder Putzgemisch möglichst viele unterschiedliche Korngrößen beigegeben sind. Weiter vermeidet auch das Quellverhalten der natürlichen Zellulose und der Pflanzenstärke ein Absinken der Feststoffe in der angerührten Farbe. So bleiben Füllstoffe und Pigmente bei BRAVO nach der Aufbereitung mit Wasser ca. 3 bis 4 Stunden in der Schwebe. Damit ist die Farbe ohne Einschränkung mindestens genauso lang ohne Aufrühren verarbeitbar, wie konventionelle Dispersionsfarbe.

Durch die trockene Lehmfarbe kann auf Konservierungsstoffe völlig verzichtet werden, ebenso auf Pestizide u. dgl., die nur bei nassen Farben nötig sind. Denn erst durch das Anrühren mit Wasser beginnen die Zersetzungsprozesse der organischen Bestandteile in der Farbe. Die Zersetzung hilft der Lehmfarbe besser und schneller abzubinden. Mit dem Trocknen stoppt die Zersetzung der pflanzlichen Bestandteile der Lehmfarbe.

Die Vorteile von Lehm als Rohstoff zur Farbherstellung
Lehm reguliert die Raumluftfeuchte, wirkt antistatisch, reduziert Schadstoffe in der Raumluft … viele dieser Eigenschaften sind hinlänglich bekannt.

Speziell zur Herstellung einer Wandfarbe eignet sich Lehm (hier in Form von Tonmehlen) in besonderer Art und Weise:

Lehmfarbe: Untergründe und Anwendungen

Die Wandfarbe auf Lehmbasis kann grundsätzlich auf allen trockenen, staub- und fettfreien Untergründen mit der Lasurbürste aufgestrichen oder mit der Farbwalze aufgerollt werden. Wie andere Dekoroberflächen auch gilt aber gerade die Lehmfarbe als „bestandsfolgend“, d.h. auch wenn die Naturfarbe eine gute Farbsättigung hat, können fehlerhafte Untergründe, die Löcher, Spachtelgrade o. dgl. aufweisen, nicht durch den Farbauftrag „verfüllt“ werden. Entscheidend für den Erfolg des Gestaltungsprojektes ist also nicht allein der Farbauftrag. Mindestens genauso wichtig ist die Vorbereitung des Untergrundes.

Bei Renovierungen müssen Löcher und Schadstellen zugespachtelt und nach dem Trocknen glattgeschliffen werden. Loses Material muss von der Wand gefegt werden.

Für Trockenbauwände gilt die „Qualitätsstufe 3“ als Mindestanforderung. Das bedeutet, dass die Fugen zweimal gespachtelt und geschliffen werden müssen.

Für alle Gestaltungen gilt: Die Lehmfarbe ist beliebig oft überarbeitbar.

Lehmfarbe auf Lehmgrundputz
Für den konsequenten Wandaufbau in Lehm ist ein weiterer Anwendungsfall klassisch: Lehmfarbe BRAVO auf Lehmgrundputz (z.B. von maxit Typ ip 333 oder ip 334). Hier werden die Vorteile der Lehmfarbe besonders deutlich: Durch den diffusionsoffenen Anstrich kann der Lehmgrundputz das Raumklima nachhaltig beeinflussen. Hier gilt es insbesondere darauf zu achten, dass der Grundputz vor dem Streichen vollständig durchgetrocknet ist! Zudem rieseln Lehmgrundputze häufig noch ab. Deshalb sollten vor dem Anstrich die losen Teile mit dem Handfeger abgenommen werden. Weil Lehmgrundputze häufig stark saugen und - bedingt durch die Färbung des Tons - eine starke Eigenfärbung aufweisen, kann der erste Anstrich mit BRAVO im Vollton Weiß als Grundieranstrich gelten.

Woraus die Lehmprodukte von LESANDO bestehen

Die Rohstoffe – kein fauler Zauber Was braucht es schon, um einen Lehmputz oder eine Lehmfarbe herzustellen? Sand, Ton, für die Farbigkeit Pigmente und von dem noch ein Tröpfchen und von diesem noch eine Brise. Fertig ist der Lehmputz! So weit, so richtig! Leider (oder zum Glück?) gibt es mittlerweile aber eine nicht mehr zu überschauende Vielzahl an Rohstoffen, die prinzipiell geeignet wären, um daraus ein Produkt herzustellen. Und das Buch „So produziere ich einen guten Lehmputz“ muss auch erst noch geschrieben werden. Es braucht ohne Zweifel die richtigen Rohstoffe, viel Erfahrung und noch mehr Zeit und Versuche, um am Ende ein Produkt zu haben, das man stets nur als „vorläufiges Ergebnis“ betrachten darf, weil es wohl immer Wege der Verbesserung gibt. marmorsand
Der Hauptbestandteil eines jeden Putzsystems (wir betrachten rein technisch eine Farbe als ein ultrafeines Putzsystem) ist der Sand, der die Funktion des Füllstoffs übernimmt. Hier setzen wir vollständig auf schneeweißen Marmor, den wir aus Norditalien beziehen. Der hohe Weißgrad von Marmor unterstützt die Brillanz von Farbtönen und ist in der Produktion physiologisch gesehen wesentlich unproblematischer als der unschlagbar billige Quarzsand, der in den meisten Fällen verwendet wird. Auch hat der Marmor positive Auswirkungen auf die Speicherung von Feuchtigkeit.

tonmehl
Der Ton übernimmt in Lehmprodukten Bindemittelaufgaben. Aus den allein in Deutschland schätzungsweise verfügbaren 1.600 verschiedenen Tonmehlsorten die herauszufinden, die für das angestrebte Produkt wohl die besten sind, gleich der berühmten Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Kombiniert man aber eigenen Erfahrungen und Motivationen mit den Kompetenzen seines Lieferanten, den man als Partner betrachtet, kann man stark eingrenzen und so eine gute Entwicklungsarbeit leisten. Unsere Tone stammen aus dem Westerwald und sind eine Mischung verschiedener Sorten, die genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Zusammenstellung wurde in enger Abstimmung mit unseren Lieferanten erarbeitet.

kaolin
Eine besondere Form des Tons ist Kaolin, wesentlich feinteiliger als Ton und in unserem Fall auch noch deutlich heller. Er dient uns dazu, bestimmte Farbtöne, aber auch technische Eigenschaften zu erreichen.

Auswahl aus rund 30.000 Pigmenten
pigmente)
Bei den Pigmenten zur Farbgebung setzen wir ausschließlich auf mineralische Varianten. Pigment weiß ist ein nano-freies Titandioxid, das unser Partner aus Slowenien für uns nach dem Sulfatverfahren herstellt und das unter der Kennung E171 auch für Lebensmittel zugelassen ist.

Der Begriff Bismut-Vanadat für unser Gelbpigment klingt zunächst mal sehr chemisch, wenn nicht sogar giftig. Dabei ist es Mitte der 1980er Jahre als Ersatz für eben die besonders giftigen Blei- und Chromatpigmente auf den Markt gekommen und zeichnet sich durch gute Lichtechtheit und den für Gelbpigmente ungewöhnlich klaren Farbton aus. Wir beziehen unser Gelbpigment von einem langjährigen Partner aus Deutschland.

Die Farbtöne ocker, rot und schwarz sind Eisenoxide, die wir ebenfalls aus Deutschland beziehen. Man muss sich allerdings von der romantischen Vorstellung lösen, dass diese Eisenoxide aus den Pigmentgruben gekratzt werden, denn die Mengen, die heute bei den Eisenoxiden gebraucht werden, lassen sich so nicht mehr decken. Bei der Herstellung simuliert man den natürlichen Entstehungsprozess zeitlich stark verkürzt, hat aber den Vorteil, dass das Ergebnis steuerbar ist, sprich ohne unerwünschte Begleiterscheinungen wie Verunreinigungen oder Fremdstoffe.

Unser Ultramarinblau wird in Frankreich produziert. Es handelt sich dabei um ein synthetisch hergestelltes Pigment, das eine interessante Geschichte hat. Der Begriff „ultramarin“ stammt aus dem italienischen und bedeutet „über das Meer gebracht“. Im Mittelalter war der natürliche Farbstoff, der auf den Halbedelstein Lapiz Lazuli zurückgeht, extrem teuer und kam vor allem aus dem mittleren Osten und dem heutigen Afghanistan. Daher verwundert es auch nicht, dass in den 1820er und 1830er Jahren Preise ausgesetzt wurden, um ein Pigment zu produzieren, das den teuren Import überflüssig machte – was letzten Endes auch gelang. Das Pigment Ultramarinblau besteht wie die natürliche Vorlage aus den ebenso natürlichen Rohstoffen Kaolin, Schwefel, Natriumsulfat, Natriumkarbonat und Kohle und wird unter Einwirkung von Hitze und Druck künstlich hergestellt. Damals das erste synthetische Pigment.

Die Additive
Schon immer hat man bei der Herstellung von Farben und Putzen am Ende die Trickkiste aufgemacht, um das Produkt genau so „einzustellen“, wie es für die Anwendung notwendig war. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aber eines vorweg: wenn die Grundlage nicht stimmt, kann man auch mit einem noch so ausgeklügelten Additiv-Cocktail aus einer vermurksten Rezeptur kein Spitzenprodukt machen! Additive können helfen, bestimmte Eigenschaften zu erreichen, sie sind aber dafür nicht alleine verantwortlich!

Additive für Putze und Farben begründen heute eine eigene Industrie mit gigantischen Ausmaßen. Wenn man sich aber darauf beschränkt hat, nur natürliche Rohstoffe einzusetzen, wird die Auswahl schon sehr viel kleiner. Denn nicht alles, was ein Segen für das Produkt ist, ist auch ein Segen für den Anwender oder Nutzer.

staerke
Zur Unterstützung der Verarbeitungseigenschaften gerade bei dünnschichten Produkten wie Feinputzen oder Farben und zur Verbesserung der Festigkeit setzen wir eine so genannte „Clean-Label-Stärke“ ein. Es handelt sich dabei um eine aus Nutzpflanzen gewonnene Stärke, die wiederum in vielen Lebensmitteln eingesetzt wird. Diese Stärke ist nicht wie viele andere gentechnisch modifiziert oder enthält gentechnisch veränderte Zusätze. Der Wermutstropfen dabei ist, dass der Rohstoff für die Stärke aus Südamerika kommt und erst hier zum Produkt verarbeitet wird, was unseren Bestrebungen nach möglichst kurzen Lieferwegen entgegenwirkt.

celluloseether
Bei dünnen Beschichtungen wie Farben oder Deckputzen besteht eine Aufgabe darin zu verhindern, dass das Wasser im angesetzten Produkt zu schnell in den Untergrund oder an die Raumluft abgegeben wird. Zur Steuerung des so bezeichneten „Wasserrückhaltevermögens“ setzt man sehr feine Cellulosefasern ein. Aus dem Grundstoff Holz gewonnen nehmen die Fasern ein Bad in einer Lauge und vergrößern dadurch ihre Oberfläche um ein Vielfaches, was deren Neigung, Wasser an sich zu binden, erheblich steigert. So bleibt das Wasser länger im Produkt, der Anwender hat länger Zeit zur Verarbeitung und das Produkt trocknet gleichmäßiger.

Es darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass auch der Ton Eigenschaften wie Bindekraft und Wasserrückhaltevermögen mitbringt und sich daher die Einsatzmengen der Additive stark beschränken lassen.

Das sind die Rohstoffe für unsere Rezepturen. Die sind nicht von heute auf morgen entstanden, sondern das (Zwischen-)Ergebnis vieler Jahre Arbeit, Erfahrung und über die Zeit hinweg sicher weit mehr 1.000 verschiedener Versuche. Stand heute. Morgen geht es weiter!

Die Qualität der LESANDO-Produkte hat mittlerweile eine außergewöhnliche Stufe erreicht. Nicht selten erreicht uns die Frage nach der mengenmäßig genauen Zusammensetzung, Nennung der Lieferanten usw. Bei aller Offenheit sind wir dennoch nicht bereit, derart detailliert Auskunft über unsere Produkte zu geben. Sie sind das Kapital des Unternehmens und verbunden mit hohen zeitlichen und finanziellen Aufwendungen. Es dürfte daher – auch im Hinblick auf die qualitativen Unterschiede zu anderen Produkten am Markt - nur verständlich sein, wenn exakte Angaben als Betriebsgeheimnis bewahrt werden.

Konservierungsstoffe, Blauer Engel und jede Menge Etikettenschwindel

Ein besonderes Merkmal der Lehmprodukte von LESANDO ist, dass sie nur als Trockenprodukte, also in Pulverform ausgeliefert werden. Das bedeutet für den Anwender, dass er das Produkt vor Ort mit Wasser aufbereiten muss.

Mittlerweile bietet der Markt der Lehmbaustoffe auch gebrauchsfertige Produkte an. Dazu muss man wissen, dass Produkte auf Wasserbasis mit neutralem pH-Wert Konservierungsstoffe brauchen, damit das Produkt nicht umkippt. Diese Konservierungsstoffe, allen voran Methylisothiazolinon (MIT) und Benzisothiazolinon (BIT) gelten mittlerweile als Gefahrstoffe und können mitunter starke allergische Reaktionen auslösen. Leider informieren die Hersteller solchen Produkte nicht offen über diese Konservierungsstoffe und lassen den Verbraucher damit im Unklaren, der davon ausgeht, dass jedes „Lehm-„Produkt auch sauber ist. Diese Leichtgläubigkeit nimmt man bewusst in Kauf und baut auch darauf.

(Montage Label Blauer Engel, durchgestrichen mit Text: „Nein, danke!“)
Das Umweltbundesamt vergibt aber sogar für solche Produkte den Blauen Engel und trägt damit noch stärker zur Verunsicherung beim Verbraucher bei. Jeder ist der Ansicht, dass der Blaue Engel das Symbol für saubere Produkte ist. Was es aber nicht ist. Es erscheint mehr als ein Kniefall vor der Industrie. Betrachtet man sich die Stoffe, die ein Produkt mit Blauem Engel haben darf, kommt man nicht ansatzweise auf die Idee, dass es sich dabei um ein umweltfreundliches Produkt handeln könnte.

Der Etikettenschwindel geht aber noch weiter. Da werden Produkte als Profi-Lehmfarbe angepriesen, wo es sich in Wirklichkeit um eine Dispersionsfarbe mit Tonanteil und unter Zugabe von Konservierungsstoffen handelt. Stolz wird von konservierungsmittelfreien Produkten gesprochen, deren hoher pH-Wert jedoch auf Silikatbestandteile zurückzuführen ist, so dass man diese Farbe auch nicht mehr als Lehmfarbe bezeichnen dürfte. Die Liste der Beispiele lässt sich fortführen. Marketing mit dem Begriff Lehm.

Dem Verbraucher ist nicht zuzumuten, dass er sich so intensiv mit der Thematik beschäftigt, dass er den faulen Zauber erkennen kann. Neben der absolut entschuldbaren Unkenntnis setzen die Anbieter solcher Produkte aber auch auf die Bequemlichkeit des Anwenders („Eimer auf und los“). LESANDO distanziert sich von solchen Praktiken und Produkten und wird auch weiterhin keine gebrauchsfertigen Lehmprodukte anbieten, solange sich keine ökologisch und physiologisch vertretbaren Möglichkeiten auftun, die mit unserer Rohstoffphilosophie vereinbar sind.
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