Das gilt zunächst für den Vorgang der Trocknung bzw. Härtung. Der Unterschied zu Systemen auf der Basis von Gips, Kalk, Zement usw. besteht darin, dass Lehmprodukte physikalisch trocknen, indem sie das Anmachwasser nach und nach abgeben und erst dann die Endhärte erreichen können, wenn das Wasser das System verlassen hat. Herkömmliche Systeme nutzen chemische Vorgänge bei der Härtung.

Pinsel freiDie Frage, „wann ist der Lehmputz trocken“ (und damit auch, wann eine weitere Beschichtung erfolgen kann) lässt sich im Grunde sehr einfach beantworten: wenn das Anmachwasser vollständig entwichen ist! Meistens erkennt man das allein schon an der Farbe, getrocknete Schichten unterscheiden sich deutlich von noch feuchten Stellen. Bei Lehmputzen heißt vollständig trocken aber auch gleichzeitig vollständig ausgehärtet. Die Trocknungszeit ist von vielen Faktoren abhängig. Zum einen von der Neigung der Wasser bindenden Bestandteile (hier vor allem des Tons), das angelagerte Wasser wieder an die Umgebung abzugeben.

Natürlich spielen die klimatischen Bedingungen eine ganz zentrale Rolle. Der Lehmputz kann das Wasser nur in dem Maße abgeben, wie die Umgebungslust in der Lage ist, dieses aufzunehmen. Je feuchter und kälter die Umgebung ist, desto länger ist die Trocknungszeit.

Auch der Untergrund, auf dem der Lehmputz aufgetragen ist, hat Bedeutung, schlägt hier doch zunächst ein Teil des Anmachwassers vorübergehend weg, nur um dann nach und nach durch die Deckschicht endgültig an die Raumluft abgegeben zu werden. Allerdings darf der Untergrund auch nicht zu viel zu schnell aufsaugen, weil die Beschichtung dann „verbrennen“ kann, was Festigkeitsverluste zur Folge haben kann (das gilt im Übrigen auch für herkömmliche Produkte). Daher spielt die Untergrundvorbehandlung eine große Rolle, weil sie zudem auch noch Einfluss hat auf die Bearbeitung(squalität) der Lehmputzoberfläche.

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