Lehm – Baustoff der Kulturen!

Lehm ist der älteste Baustoff der Menschheit. Seit rund 9000 Jahren wird der Urbaustoff für die unterschiedlichsten Bereiche eingesetzt. Weite Teile der chinesischen Mauer waren beispielsweise aus Lehm, aber auch Kultstätten der Antike, wie z.B. die Speicherkatakomben des Ramses II, der vor mehr als 3200 Jahren gelebt hat.

Doch soweit müssen wir nicht zurück in der Zeitrechnung! Traditionelle Behausungen wie die Lehmbauten der Pueblo-Indianer in den USA zeigen auch, wie dauerhaft dieses Material sein kann. Vor allem die klimatischen Verhältnisse dieser Häuser in der sengenden Sonne der Wüste sind mehr als bemerkenswert.

Heute verwenden wir Lehm als modernen Gestaltungswerkstoff mit vielen Variationen in Form und Farbe. LESANDO hat sich dabei spezialisiert auf die Herstellung von Dekorputzen in Schichtstärken von 0,1 bis 2 mm. Das Anwendungsgebiet umfasst dabei alle Innenräume und lässt in punkto Gestaltung keine Wünsche offen.

Der Wandel in den Industriestaaten
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollzog sich ein grundlegender Wandel in den Industriestaaten im Bezug auf Lehm. Industriell vorgefertigte Bauteile eroberten den Markt und bereits damals hieß die Losung: Lohnkostensenkung. Lehm galt als nicht mehr zeitgemäßer Baustoff und verlor nach und nach seine Bedeutung. Einzig mit dem Ende der beiden Weltkriege flammte die Nachfrage nach Lehm nochmals auf, da als Baustoff kostengünstig und überall verfügbar. Der „Notbaustoff“ Lehm wurde auch zum „Baustoff für arme Leute“. Wer was auf sich hielt, der verwendete „moderne“ Baustoffe.

Normenlos – bedeutungslos?
Das hatte zur Folge, dass die „Lehm-DIN“ in der Bundesrepublik 1971 ersatzlos gestrichen wurde (in der damaligen DDR galten die Normen von 1953 noch bis zur Wiedervereinigung, allerdings ohne echte wirtschaftliche Bedeutung!) und es eben den „Freaks“ vorbehalten blieb, mit verhältnismäßig einfachen Mitteln diesen Baustoff wieder einzusetzen. So baute sich über Jahre hinweg ein Image auf, das der Bevölkerung als wenig professionell erscheinen musste. Begriffe wie „Latschen-Handwerker“ oder „Lehmtreter“ zeugen davon, beschreiben aber auch gleichzeitig die oberflächliche Betrachtung. „Lömmertrater“ (Lehmtreter eben), so werden heute teilweise noch die Einwohner des Würzburger Stadtteils Lengfeld bezeichnet, weil dort vor langer Zeit der Baustoff für viele Häuser in der Umgebung in den Lehmgruben abgebaut wurde. Der Grundstock übrigens für die Entwicklung einer ganzen Region!

Werkstoff für Ideen

Vom Urbaustoff zum Design!
Im Zeitalter „moderner“ Bauelemente aus Stahl und Glas, die ohne Zweifel Berechtigung haben, mutet der Einsatz des „Urbaustoff Lehm“ fast wie ein Rückfall in die Steinzeit an! Auf den ersten Blick mag sich dieser Eindruck zu bestätigen, wenn man „Lehmbau“ auf traditionelle, historische Bautechniken reduziert.

Aber Lehm ist „erwachsen“ geworden, den Kinderschuhen der Öko-Bewegung längst entwachsen! Lehm ist heute ein ernstzunehmender, vielseitiger Baustoff, der weit mehr Möglichkeiten zulässt, als die meisten vermuten werden. Ziel dieser Informationen, die gewiss nur einen kleinen Auszug bieten können, ist es, ein neues, objektives Blickfeld zu öffnen und anhand vieler, realistischer Beispiele zu zeigen, dass der „Baustoff der Kulturen“ heute lebendiger ist als je zuvor!

Lehm? – Lehm!

Lehm ist ein Verwitterungsprodukt der Natur und besteht aus Ton, Sand und Schluff, sehr feinen Teilchen. Die Tonminerale sind für die Bindefähigkeit des Gemischs verantwortlich. Je nach Tonsorte und Abbauort weist der Lehm unterschiedliche Zusammensetzungen auf.

Die Zugabe von Sanden (Strukturgeber), Pigmenten, Verarbeitungs-Hilfen (z.B. Pflanzenstärken) und Effektzuschlägen wie spezielle Körnungen oder Fasern machen dann die unterschiedlichen Strukturen und Putzsysteme aus. So ist es möglich, aus den verschiedenen Rohstoffen vom dünnschichtigen Streichputz bis hin zum Grundputz für Wandheizungen sehr vielfältige Putzsorten herzustellen. Auf die Zugabe von hydraulischen Bindemitteln (Gips, Kalk usw.) wird konsequent verzichtet.

Lehm – Eigenschaften!

Alle Eigenschaften in ihrem vollem zu beschreiben, würde sicher den Rahmen sprengen. Daher ist eine Beschränkung auf einige wenige, aber durchaus interessante Eigenschaften notwendig.

Feuchteregulierung
Die Feuchte regulierende Wirkung von Lehm im Bezug auf das Raumklima ist mittlerweile bekannt. Interessant in diesem Zusammenhang vielleicht noch die Tatsache, dass lediglich die ersten 10 mm einer Schicht sehr großen Einfluss auf das Raumklima haben, wobei die ersten 2 – 3 mm schneller reagieren als die restlichen Schichtstärken. Demzufolge ist vor allem die Flächengröße der wesentliche Einflussfaktor, nicht etwa die Schichtdicke

Die Luftreinigung – ein unerforschtes Phänomen!
Die Luftreinigung durch Lehm ist ein Phänomen, das bisher noch nicht wissenschaftlich nachweisbar ist. Prof. Gernot Minke von der Gesamthochschule Kassel ist bemüht, in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen dieser erstaunlichen Fähigkeit wissenschaftlich auf den Grund zu gehen. LESANDO hat bei diesem Vorhaben seine Unterstützung zugesagt. Eigene Erfahrungen bestätigen nämlich, dass auch nach Jahren in Räumen, die nur dünne Lehmputzschichten haben, selbst bei größerer Belastung die typischen Gerüche nicht zu vernehmen sind, wie z.B. bei der fränkischen Weinstube rechts im Bild, die bereits im Jahr 1997 mit einem 2 mm starken Lehmdekorputz versehen wurde.

Die Konservierung von Holz, die unbegrenzte Lagerfähigkeit, die Wärmespeicherung und andere Eigenschaften bedürfen mittlerweile nicht mehr ausführlichen Berichterstattungen. Auch ein Indiz dafür, dass der Baustoff Lehm seit Jahren wieder sehr ernst genommen wird.

Elektrosmog und Lehmputz?
In jüngster Zeit rückt jedoch eine andere Eigenschaft in den Mittelpunkt der Betrachtung: die Fähigkeit, den Einfluss hochfrequenter Strahlung zu reduzieren. Bei Versuchen hat man festgestellt, dass der Baustoff Lehm ab einer gewissen Schichtdicke doch erheblich Abschirmwirkung aufweist. Jedoch ist es aufgrund technischer Gegebenheiten in den meisten Fällen nicht möglich, derart starke Wandschichten aufzubauen. LESANDO hat hier aber eine erstaunliche Erfindung gemacht. Der Abschirmputz MENO verfügt nur über eine Schichtstärke von 1,5 mm und ist mit haarfeinen, hochwertigen Karbonfasern versetzt, so dass die Strahlung im Bereich von D- und E-Netzen des Mobilfunks um 99,7 % reduziert wird. Vergleichende Messungen haben festgestellt, dass z.B. andere Putzsysteme mit vergleichbarer massenmäßigen Zusammensetzung weitaus geringere Abschirmwirkungen besitzen. Der Grund: die hohe Feuchte, die im Lehm gespeichert ist, wirkt wie ein zusätzliches Schutzschild, verbessert dabei aber auch gleichzeitig das Raumklima und verhindert die Anreicherung von Reizstoffen und Allergenen in der Raumluft. Eine perfekte Kombination sehr wichtiger Vorteile, die bislang unerreicht sind. Prof. Peter Pauli und Dr. Dietrich Moldan haben in einer sehr umfangreichen Studie rund 300 verschiedene Produkte und Aufbauten hinsichtlich der Abschirmung gegenüber Hochfrequenz gemessen und die Ergebnisse in einer bemerkenswerten Broschüre veröffentlicht (http://www.drmoldan.de). Weitere Informationen zu Abschirmputz MENO finden Sie auch auf dieser Website.

Lehm – Vielfalt!

Lehm ist dank innovativer Entwicklungen heute weit mehr als braune Erde und Fachwerkfüllungen. Gerade die Produktpalette von LESANDO beweist, dass Lehm nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch auf dem neuesten Stand ist. Die Anwendungen reichen vom maschinell verarbeitbaren Lehmgrundputz über einfach anzuwendende Streich- und Spachtelputze bis hin zum exklusiven Glanzputz. Zusammen mit dem Naturwachs FINO, dessen Grundrezepturen aus dem alten Ägypten stammen und rund 3300 Jahre alt sind, lassen sich Lehmoberflächen wischfest ausführen, ohne dabei die positiven Eigenschaften der Feuchteregulierung zu verlieren. Eine weitere bautechnische Sensation!

Aber es geht nicht allein um Gestaltung. Auch im Bereich Technik hat LESANDO in Lehm einiges zu bieten. Spezialprodukte wie der Lehmkleber PROFONDO, mit dem Vliestapeten zur Aufbereitung schwieriger Untergründe verklebt werden oder der Wandglätter PRESTO, geeignet zum Glätten rauer Oberflächen oder zum Verspachteln von Lehmbauplatten usw.

Einzelheiten zu den Produkten finden Sie ausführlich unter der Rubrik Produkte.

Lehm – Untergründe und Anwendungen!

Das schönste Design und die aufwändigste Arbeit sind umsonst, wenn die Vorbereitung des Untergrundes nicht ordnungsgemäß erfolgt. Daher muss man diesem Teil der Arbeit besondere Aufmerksamkeit schenken.

Moderne Maschinentechnik!
Lehmgrundputze lassen sich maschinell oder von Hand ein- oder zweilagig auftragen. Entscheidend ist hier die Schichtstärke. Zum Überputzen von Wandheizungen hat sich Lehm in den letzten Jahren bestens bewährt. Die meisten Mauerwerke lassen sich dabei ohne Vorbehandlung direkt überputzen. Schichtstärken zwischen 12 und 15 mm sind dabei die Regel.

Traditionelle Handwerkskunst!
Dekorputze werden je nach gewünschtem Ergebnis ein- oder zweilagig und auch ein- oder mehrfarbig angewendet. Die handwerkliche, individuelle Ausführung verleiht den Dekorputzen die unverwechselbare Charakteristik. Besonders die Mehrfarbigkeit, die bei LESANDO-Produkten jedoch nur in einem einzigen Arbeitsgang erzielt wird, zaubert ein besonderes Flair in die eigenen vier Wände und wird gerne auch als „Toscana-Effekt“ bezeichnet.

Je nach Putzsystem werden die Farbtöne mit der Lasurbürste oder der Traufel aufgebracht und im nassen Zustand an der Fläche „ineinander gearbeitet“. Bei so aufgebrachten Spachtelputzen lässt sich die Oberfläche verbürsten, mit dem Schwamm bearbeitet, glätten oder rustikal strukturieren. Abschließend kann zudem mit dem Naturwachs FINO nicht nur ein natürlicher Schutz der Oberfläche erzeugt werden, sonders es besteht sogar die Möglichkeit, das Wachs selbst einzufärben und die Farbmöglichkeiten damit nochmals ins Unendliche wachsen zu lassen.

Auf die Basis kommt es an!
Dekorputze werden im Normalfall in einer Schichtstärke von 0,1 mm (z.B. Lehmstreichputz FURIOSO bis zu 2 mm (z.B. Lehmspachtelputz CAPRICCIO aufgetragen und stellen daher gewisse Anforderung an die Ebenheit des Untergrundes. Von mindestens der gleichen Bedeutung ist aber die gleichmäßige Saugfähigkeit. Unterschiedliches Saugverhalten kann dazu führen, dass es zu Farbveränderungen während des Trocknungsprozesses kommt, wie neben stehendes Foto zeigt. Hier muss erwähnt werden, dass es sich dabei nicht etwa um eine Lehmbeschichtung handelt, sondern um konventionelle Anstriche auf Dispersionsbasis.

Daher ist es für alle dünnschichtigen Beschichtungen erforderlich, die unterschiedlichen Saugfähigkeiten anzugleichen. LESANDO schafft das durch die Putzgrundierung PRELUDIO, die weiß eingefärbt ist und somit auch eine optische Kontrollmöglichkeit zulässt. Vor den eigentlichen Dekorputzen muss also ein so genanntes „flächeneinheitliches Bild“ vorliegen, das keine sichtbaren Unterschiede im Untergrund mehr zeigt.

Es geht also mittlerweile nicht mehr allein um die Herstellung ausreichender Haftung zwischen Untergrund und Putz (die ursprüngliche Hauptaufgabe von Putzgrundierungen), sondern mittlerweile mehr und mehr um das Herstellen gleichmäßiger Untergründe. Eine gar nicht so leichte Aufgabe bei der unüberschaubaren Vielfalt an verschiedenen Untergründen.

Lehm – Kosten!

„Warum sind Lehmbaustoffe so teuer, wo das Material doch nichts kosten kann?“ Die Frage ist ebenso falsch wie die Antwort schwierig ist. Dass Rohstoffe zur Herstellung technisch anspruchsvoller Produkte wie Lehmbaustoffe quasi in der Erde kostenlos zu haben sind, mag vielleicht mal vor 100 Jahren gegolten haben. Heute ist die Gewinnung der Rohstoffe ein technisch ausgereiftes Verfahren, das seinen Preis hat.

Lehm ist (noch) keine Industrie!
Bei all diesen Diskussionen darf auch nicht vergessen werden, dass Lehm nach wie vor ein Nischenprodukt ist und bei weitem nicht diese Dimensionen erreicht, wie man das bei der konventionellen Industrie kennt. Auch die Absatzmengen an Lehmbaustoffen sind nur ein Bruchteil derer herkömmlicher Produkte. Die Logistik ist noch nicht so entwickelt und auch die Akzeptanz in der Bevölkerung muss noch weit ausgebaut werden, um allein über diese Prozesse zu einer Kosteneinsparung zu kommen.

Aber trotzdem sind Lehmbaustoffe nicht teuer, das beweisen verschiedene Produkte wie z.B. der Lehmstreichputz FURIOSO, der mit jedem herkömmlichen Produkt konkurrieren kann. Die Zeitschrift Öko-Test verlieh diesem Produkt die Bestnote und selbst das renommierte Magazin Homes & Gardens bezeichnete FURIOSO als „die Zukunft der Wandgestaltung“.

Locker mithalten!
Die Arbeitsleistung des Handwerkers bei der Verarbeitung von Lehmdekorputzen ist durchaus vergleichbar mit bekannten Verfahren, so dass es nicht überraschend ist, wenn Leistungen mit Lehmputzen zu Preisen angeboten werden, die sich im Bereich konventioneller Aufträge bewegen. Die Tatsache, dass sich immer mehr Kunden gerade im hochwertigen Bereich für Lehmputze entscheiden (z.B. Lehmglanzputz) zeigt, dass selbst in Kreisen mit gehobenen Ansprüchen Fragen nach Design und Gestaltung rundum beantwortet werden können und das Preisgefüge zu passen scheint!

Lehm – Normen und Vorschriften!

Die Behauptung, Lehm sei kein genormter Baustoff und daher gäbe es auch keine Gewährleistung, ist Unsinn. Bis zum heutigen Zeitpunkt liegen zwar weder DIN-Vorschriften noch sonstige Erlässe vor. Das bedeutet dies aber keineswegs, dass sich die Arbeiten mit Lehm in einem rechts- und vorschriftenfreien Raum bewegen und im Schadensfall nicht belangt werden können

Stand der Technik!
Was die Anwendung und Ausführung betrifft, ist für Handwerker der Stand der Technik und die anerkannten Regeln des Handwerks maßgebend. Für Hersteller von Lehmbaustoffen gilt die Produkthaftung. Auch nicht genormte Putzmörtel, von denen es neben Lehm auch noch eine Reihe anderer gibt, sind sinngemäß wie genormte Mörtel anzuwenden.

Alles in allem ist die Rechtslage – und damit auch das Recht des Endverbrauchers – mit der bei konventionellen Produkten vergleichbar und wird in der Rechtssprechung auch so angewendet. Im Gegenteil, der Tatbestand, dass es sich beim verwendeten Baustoff um Lehm handelt, spielt keine Rolle. Die dem Handwerker vertrauten Vorschriften, wie z.B. die DIN 18350 oder DIN 18550 haben auch hier volle Gültigkeit!

Chancen erkennen und lernen!
Nach allen Erfahrungen gibt es speziell für Endverbraucher sogar Vorteile, wenn sie einen Handwerker mit der Ausführung von Lehmputzarbeiten beauftragen. Der Handwerker, der in diesen Arbeiten durchaus eine Marktchance in einem ansonsten mehr als schwierigem Umfeld sieht, wird sich weitaus mehr um eine ordentliche und hochwertige Ausführung bemühen, weil neue Baustoffe und neue Verarbeitungsweisen automatisch mehr Engagement einfordern. Der Handwerker wiederum erkennt, dass die Anwendung durchaus vergleichbar ist mit seinen bisherigen Leistungen, was die notwendige Sicherheit bei der Ausführung gewährleistet. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn die Reklamationsrate bei Lehmputzarbeiten erstaunlich gering ist.

Lehm – Pro und Contra!

Lehm wird – auch bei aller Euphorie – auf lange Zeit ein „Nischenprodukt“ bleiben. Die überschaubare Größe der meisten Hersteller lässt auch eine Expansion in Ausmaße konventioneller Maßstäbe auf absehbare Zeit nicht zu. Die Frage ist ja auch, ob das dem Baustoff überhaupt „gut“ tun würde, denn man kann mit Fug und Recht behaupten, dass der Qualitätsgedanke bei Produkten wie Lehm sehr ausgeprägt ist – anspruchsvolle Kunden wollen anspruchsvolle Produkte, keine Massenware!

Lohnintensive Arbeiten wie z.B. der Massivlehmbau werden es sehr schwer haben, sich in Zeiten einer überzogenen Sparwut durchzusetzen. Das dokumentiert auch den Vorteil bei Produkten, die sich mit einem vertretbaren Zeiteinsatz verarbeiten lassen!

Offene Ohren – offener Geist!
Leider aber fehlt es immer noch an der Offenheit aller Beteiligten, also nicht allein beim Endverbraucher, sondern auch beim Handwerk, dem Handel und dem Planer. Hier ist weitere Aufklärungsarbeit, ja Pionierarbeit nötig! Da es keine „Lehmlobby“ mit einer entsprechenden Marktmacht gibt, wird dies ein langwieriger Prozess bleiben.

Aber die Akzeptanz steigt, weltweit. Der Wunsch nach wohngesunden Oberflächen ist nach wie vor stark ausgeprägt. Wenn dann noch derartig viele und facettenreiche Gestaltungsmöglichkeiten wie mit den Dekorputzen von LESANDO dazukommen, dann darf man darauf hoffen, weitaus mehr Gehör zu finden. Die Aufwendungen für „Leistungen in Lehm“ sind absolut konkurrenzfähig. In nicht wenigen Bereichen stellen wir sogar eine technische Überlegenheit fest. Lehm ist „salonfähig“!

Unbestritten ist die Tatsache, dass Lehm zu einer Wertsteigerung der Objekte führt. Auch das muss für die Zukunft stärker in Betracht gezogen werden. Last but not least sei noch erwähnt, dass wir damit Grundzüge unserer Unternehmensphilosophie verwirklichen. Nämlich umweltschonende Produkte marktfähig zu machen und zu zeigen, dass es im wahrsten Sinne des Wortes „Alternativen“ gibt.

Alles über Lehmfarbe

Farbe gestern und heute
Bereits seit tausenden von Jahren gestalten die Menschen Ihren Lebensraum und Ihre Wände mit Farbe. Angefangen bei den Höhlenmalereien der Steinzeit über die mit Ochsenblut gestrichenen Häuser der alten Römer bis hin zu den Wänden, die noch bis in die 70er Jahre hinein mit schlichten Kalk- oder Leimfarben gestrichen wurden, dienen die Gestaltungen einem Zweck: Der Mensch hat den naturgemäßen Willen seine direkte Lebensumwelt selbst zu gestalten, dem Zuhause seine eigene Farbe zu geben, um sich so im eigenen Heim wohler zu fühlen. Die Farbe der Wände ist damit nicht nur abhängig von Modeerscheinungen und Trends, sie ist immer auch ein Ausdruck des Erlebens und des persönlichen Stils.

Wandfarbe heute
Heute erhältliche Farben für Innenwände und –Decken spiegeln den Stand der chemisch-technischen Entwicklung in diesem bedeutenden Sektor der Baubranche: Farben für die Wand müssen einfach zu verarbeiten sein und sie müssen gute Deckeigenschaften haben. Dem Kriterium „einfache Verarbeitung“ entspricht die Farbenindustrie, indem sie fertige Wandfarben, nach dem Prinzip „Eimer auf und los“ anbietet. Ausgeklügelte Füllstoffkombinationen, Zuschläge und Pigmentvariationen sorgen für die Deckkraft. Und weil die Geschmäcker verschieden sind, muss jeder Farbwunsch erfüllt werden. In den letzten Jahren verlangt der Verbraucher immer mehr, angesichts der Zunahme an sog. Wohngiften (= Schadstoffbelastung in Innenräumen), nach schadstoffarmen / schadstofffreien Wandfarben.

Farbe „to go“
Die Entwicklung, dass Wandfarben industriell hergestellt und verarbeitungsfertig angeboten werden, ist relativ jung. Noch bis vor vierzig Jahren ging man, wollte man der guten Stube ein neues Gesicht verleihen, zum Maler um die Ecke. Der mischte Kalk- oder Tonmehl mit Pigmenten und Leim, rührte das Ganze in Wasser auf und fertig war die Farbe… Deckkraft, Homogenität und Fließverhalten der Wandfarbe (wichtige Kriterien für die Verarbeitungseigenschaften!) waren abhängig von den Erfahrungen und dem Geschick des Malermeisters. Erst seit es Baumärkte gibt, suggeriert im Fernsehen die weiße Angorakatze, dass das Anstreichen quasi beim Durchgehen „mit einem Schwanzstreich“ allein durch die Auswahl der richtigen Wandfarbe „tierisch einfach“ von der Hand geht. Die Entwicklung von haltbarer, verarbeitungsfertiger (also nasser), homogener Wandfarbe war und ist nicht realisierbar ohne die umfangreiche Palette chemischer Füllstoffe, Additive, Weichmacher, Dispersionen und Konservierungsstoffe. Das Ganze blieb nicht ohne Folgen für die Gesundheit, das ist inzwischen hinlänglich bekannt. Viele der für die Farbherstellung verwendeten Substanzen stehen auf der Liste der Wohngifte ganz oben: Terpene, Alkane, BTX (Benzol, Toluol, Xylole), Aldehyde, Formaldehyde…

Ansätze von EU und Bundesumweltministerium, wie die vielgepriesenen „VOC-Richtlinien“ zur Verminderung von gesundheitsschädlichen, flüchtigen organischen Verbindungen oder auch ein „blauer Engel“ gehen zwar in die richtige Richtung, sind aber angesichts des gigantischen Drucks, den die Industrie ausübt, entweder „zahnlos“ oder gar eine Art „freiwillige Selbstkontrolle“ (wie der Blaue Engel) der chemischen Großindustrie.

Wir wollen mit der Lehmfarbe BRAVO zeigen, dass die Herstellung eines hochdeckenden, verarbeitungsfreundlichen Anstrichs völlig ohne Lösemittel und Konservierungsstoffe möglich ist.

Warum Lehm für Farbe?

Der Begriff „Dispersionsfarbe“ umfasst die gängigste Art von Wandfarben und bedeutet letztlich nur, dass das Bindemittel (also Kunst- oder Naturharz) im Wasser gelöst ist. Weil (Kunst-) Harze aber normalerweise nicht wasserlöslich sind und um die Verarbeitungseigenschaften dieser Farben zu verbessern, müssen Lösemittel (Terpene, Ethanol…) beigemischt werden. Die Lehmfarbe BRAVO bedarf keinerlei Lösemittel, weil die Inhaltsstoffe sich in Wasser lösen lassen bzw. als winzige Festkörper (z.B. Pigmente) in der angerührten Farbe schweben.

Die Vorteile von Farbe als Trockenpulver
Eine Herausforderung bei der Entwicklung von trockenen Farben und Putzen besteht darin, das angerührte Material (ohne Dispersionen) möglichst lange in der Schwebe zu halten. Das kann dadurch erreicht werden, dass dem Farb- oder Putzgemisch möglichst viele unterschiedliche Korngrößen beigegeben sind. Weiter vermeidet auch das Quellverhalten der natürlichen Zellulose und der Pflanzenstärke ein Absinken der Feststoffe in der angerührten Farbe. So bleiben Füllstoffe und Pigmente bei BRAVO nach der Aufbereitung mit Wasser ca. 3 bis 4 Stunden in der Schwebe. Damit ist die Farbe ohne Einschränkung mindestens genauso lang ohne Aufrühren verarbeitbar, wie konventionelle Dispersionsfarbe.

Durch die trockene Lehmfarbe kann auf Konservierungsstoffe völlig verzichtet werden, ebenso auf Pestizide u. dgl., die nur bei nassen Farben nötig sind. Denn erst durch das Anrühren mit Wasser beginnen die Zersetzungsprozesse der organischen Bestandteile in der Farbe. Die Zersetzung hilft der Lehmfarbe besser und schneller abzubinden. Mit dem Trocknen stoppt die Zersetzung der pflanzlichen Bestandteile der Lehmfarbe.

Die Vorteile von Lehm als Rohstoff zur Farbherstellung
Lehm reguliert die Raumluftfeuchte, wirkt antistatisch, reduziert Schadstoffe in der Raumluft … viele dieser Eigenschaften sind hinlänglich bekannt.

Speziell zur Herstellung einer Wandfarbe eignet sich Lehm (hier in Form von Tonmehlen) in besonderer Art und Weise:

Lehmfarbe: Untergründe und Anwendungen

Die Wandfarbe auf Lehmbasis kann grundsätzlich auf allen trockenen, staub- und fettfreien Untergründen mit der Lasurbürste aufgestrichen oder mit der Farbwalze aufgerollt werden. Wie andere Dekoroberflächen auch gilt aber gerade die Lehmfarbe als „bestandsfolgend“, d.h. auch wenn die Naturfarbe eine gute Farbsättigung hat, können fehlerhafte Untergründe, die Löcher, Spachtelgrade o. dgl. aufweisen, nicht durch den Farbauftrag „verfüllt“ werden. Entscheidend für den Erfolg des Gestaltungsprojektes ist also nicht allein der Farbauftrag. Mindestens genauso wichtig ist die Vorbereitung des Untergrundes.

Bei Renovierungen müssen Löcher und Schadstellen zugespachtelt und nach dem Trocknen glattgeschliffen werden. Loses Material muss von der Wand gefegt werden.

Für Trockenbauwände gilt die „Qualitätsstufe 3“ als Mindestanforderung. Das bedeutet, dass die Fugen zweimal gespachtelt und geschliffen werden müssen.

Für alle Gestaltungen gilt: Die Lehmfarbe ist beliebig oft überarbeitbar.

Lehmfarbe auf Lehmgrundputz
Für den konsequenten Wandaufbau in Lehm ist ein weiterer Anwendungsfall klassisch: Lehmfarbe BRAVO auf Lehmgrundputz (z.B. von maxit Typ ip 333 oder ip 334). Hier werden die Vorteile der Lehmfarbe besonders deutlich: Durch den diffusionsoffenen Anstrich kann der Lehmgrundputz das Raumklima nachhaltig beeinflussen. Hier gilt es insbesondere darauf zu achten, dass der Grundputz vor dem Streichen vollständig durchgetrocknet ist! Zudem rieseln Lehmgrundputze häufig noch ab. Deshalb sollten vor dem Anstrich die losen Teile mit dem Handfeger abgenommen werden. Weil Lehmgrundputze häufig stark saugen und - bedingt durch die Färbung des Tons - eine starke Eigenfärbung aufweisen, kann der erste Anstrich mit BRAVO im Vollton Weiß als Grundieranstrich gelten.

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