Die Philosophie – mehr Handlungsweise als Einstellungssache

Jedes Unternehmen braucht eine Philosophie und darf unternehmerisches Handeln nicht allein als Selbstzweck ansehen. Die Philosophie soll das Unternehmen „ausrichten“, einen längerfristigen Weg aufzeigen und die Stärken hervorheben. Die nach außen gerichtete, rein produkttechnisch orientierte Philosophie von LESANDO kann als „3-Säulen-Prinzip“ dargestellt werden:

Design • Qualität • Ökologie


Um die Philosophie verstehen zu können, muss man diese drei Begriffe etwas erläutern.
Früher war alles anders
In den Anfängen des ökologischen Bauens mit Lehm hat kaum jemand nach einem besonderen Design oder einer überdurchschnittlichen Produktqualität oder gar nach einer individuellen Lösung gefragt. Man musste ja schon froh sein, überhaupt etwas Verwertbares zu finden. So richtig professionell war die Herstellerseite auch nicht aufgestellt. „Baustoffe von Freaks für Freaks“ war ein geflügelter Ausdruck des Marktgeschehens. Dass dabei viele Sachen nicht wirklich gut funktionierten, dass alles mitunter auch aufwändig und teuer war prägte das Image des Lehms im Besonderen.

Noch heute kämpft man vielerorts mit Vorurteilen und wird nicht selten ungläubig angestarrt, wenn man ein hochwertiges Design präsentiert, das auch noch von qualitativer Güte ist. „Das kann doch niemals Lehm sein! Der ist doch braun und bröselig!“ Ja. Und die Erde ist eine Scheibe!

Zu dieser Zeit war der ökologische Aspekt der einzige, der auf Lehmprodukte wirklich zutraf. Neue Märkte konnte sich nur der erschließen, der etwas über den Tellerrand hinausblickte und ebenso darauf achtete, dass Lehmprodukte auch gefallen und von guter Qualität sein müssen. LESANDO hat sich von Anfang an mit diesem Dreiklang beschäftigt. Lehmprodukte müssen heute in erster Linie dem Geschmack des Kunden entsprechen. Und in der Tat ist es möglich, auch mit Lehm ästhetische Oberflächen herzustellen.

Darüber hinaus muss aber auch die Qualität stimmen. Für den Nutzer bedeutet das Abriebebeständigkeit und Dauerhaftigkeit, für den Profi, der mit der Verarbeitung betraut ist, heißt das, effiziente Umsetzung mit im Wesentlichen bekannten und gewohnten handwerklichen Abläufen. Und wenn das Produkt dann auch noch ökologisch und physiologisch einwandfrei ist, dann kann man mit konventionellen Produkten nicht nur konkurrieren, in Teilbereichen sind Lehmprodukte diesen sogar überlegen. Es sind aber nicht allein die Produkte, die eine Philosophie bestimmen bzw. mit denen man sich tagtäglich auseinander zu setzen hat.
Die Zügel in der eigenen Hand
Vom ersten Tag an bis heute liegen die Geschicke von LESANDO in der eigenen Hand. Es gibt weder fremde Beteiligungen noch externe Kräfte, die einen Einfluss auf die Unternehmenspolitik haben. Das führt zu einer besonnenen und überlegten Unternehmensentwicklung und ist auf Langfristigkeit ausgelegt. Natürlich könnte man durch das Einbinden von Investoren ganz andere Wege gehen, die auf Wachstum und rein betriebswirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet sind. Wenn man aber von der ersten Minute an Teil und Motor der Idee LESANDO ist, gibt es eben noch mehr als nur eine Zahl unter Strich.
Vom Umgang mit Mitarbeitern, Lieferanten & Co.
Nichts ist in einem Unternehmen wichtiger als die Freude dort zu arbeiten. Ein offener Umgang mit den Mitarbeitern, die man als Teil des Ganzen begreift und nicht als Ableister von Arbeitsstunden, schafft die Basis dafür. Mit zunehmender Größe wird es immer wichtiger, die Einschätzung der Mitarbeiter in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. In regelmäßigen Besprechungen tauschen sich Mitarbeiter und Geschäftsleitung aus, um so gemeinsam die beste Lösung für anstehende Aufgaben zu erarbeiten.

Aber auch gegenüber Lieferanten ist fairer und partnerschaftlicher Umgang viel wert. Bei der Kalkulation eines Produkts gibt es immer ein Budget für die Rohstoffe, die eingesetzt werden sollen. Bietet uns ein Lieferant einen Rohstoff in der geforderten Qualität zu einem Preis an, der mit dem Budget vereinbar ist, akzeptieren wir dieses Angebot ohne die sonst in der Industrie üblichen „Nachverhandlungen“. Das hat sich bisher in jedem Fall ausgezahlt. Man ist immer auf die Kompetenz und Fähigkeit des Lieferanten angewiesen und wir haben die Erfahrung gemacht, dass uns der Lieferant weit über die Materiallieferung hinaus unterstützen kann, wenn das Geschäft auch für ihn attraktiv ist.

Wer wirklich Kosten sparen will, der sollte sich mit seiner Organisation im Unternehmen auseinandersetzen. Überall dort, wo viele Menschen arbeiten, entstehen logischerweise Personalkosten. Die Mitarbeiter sinnvoll einzusetzen und seine Abläufe zu überdenken bietet allemal weit mehr Einsparpotential als das Feilschen um Prozente beim Rohstoff. So aber haben es die Einkäufer in der Industrie gelernt und ein Geschäft ist erst dann gut, wenn man seinem Gegenüber noch ein paar Cent abgepresst hat.
Arbeitsschutz ist wichtig
In vielen Unternehmen wird der zunehmende Bürokratismus angeprangert. Zugegeben, der „Papierkram“ nimmt immer mehr zu. Die Industrie beklagt, dass Anbieter aus dem Ausland nicht diesen Zwängen unterlägen wie wir das hierzulande tun. Das mag durchaus stimmen. Aber will jeder einzelne von uns auch unter solchen Bedingungen seine Arbeit verrichten, wie wir das aus vielen Nachrichten und Berichterstattungen kennen? Wir kritisieren die hohen Auflagen des Arbeitsschutzes als Kostentreiber, jedoch nur so lange, wie wir selbst von Unfällen und Missgeschicken verschont bleiben.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die konsequente Einhaltung des Arbeitsschutzes auch viele Vorteile bietet. Abläufe müssen hier nämlich genau dokumentiert und kontrolliert werden. Das „erzieht“ zur Genauigkeit, zur Nachvollziehbarkeit des eigenen Handelns, dazu, dass andere Mitarbeiter einspringen und Aufgaben übernehmen können, mit denen sie nicht jeden Tag konfrontiert werden. Die Eigenverantwortlichkeit nimmt zu, das Unfallrisiko sinkt, die Effizienz steigt – man muss es nur wollen!

Auch die gute und offene Zusammenarbeit mit Behörden und Banken bringt nur Vorteile! Saubere und nachvollziehbare Buchhaltung hat z.B. massiven Einfluss auf die Höhe der Zinsen für Investitionen, auf die Bewilligung von Vorhaben, bei denen man auf externe Partner angewiesen ist usw. Zudem steigern saubere Abläufe die Transparenz im eigenen Haus und erleichtern die Entscheidungsfindung. Ein Unternehmen aber auch transparent gegenüber Behörden und Banken zu führen ist kein Offenbarungseid, sondern ein Zeichen dafür, dass man hinter dem steht, was man tut und die Abläufe im Unternehmen sehr gut kennt. Dieses Vertrauen ist das eigene Handeln hinterlässt bleibenden Eindruck bei allen Partnern.
Wenn der Kunde unser Partner ist
Wir pflegen das offene Wort mit unseren Kunden. Bei der Entwicklung von Produkten versucht man natürlich, im Vorfeld alle denkbar möglichen Fälle zu berücksichtigen. Die Praxis ist aber weitaus vielfältiger und deshalb kommunizieren wir sehr offen mit unseren Kunden und hören uns gerne deren Einschätzung zu bestimmten Situationen an. Daraus ergeben sich oft Ansätze, Produkte und Verfahren noch weiter zu verbessern.

Aber auch dann, wenn Produkt und Verfahren im Grunde passen, der Anwender aber möglicherweise Probleme hat, lohnt es sich, genau hinzuhören. Denn es ist durchaus möglich, dass man dann sein Handeln an den Fähigkeiten und Erfahrungen des Kunden ausrichtet und Modifikationen vornimmt. Wir sehen das nicht als Zeichen der Schwäche, im Gegenteil! LESANDO entwickelt seine Produkte teilweise unter Einbeziehung langjähriger Kunden, die viel Erfahrung mitbringen und daher unschätzbar wichtige Informationen zur Verfügung stellen – was diesen am Ende selbst zugutekommt.
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